Neue Redispatchpotenziale für Übertragungsnetzbetreiber

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Zur Bewältigung von Engpässen im Übertragungsnetz soll der Instrumentenkasten der ÜNB erweitert werden. BNetzA-Workshop „Zuschaltbare Lasten“ nach § 13 Absatz 6a EnWG.

ÜNB sollen künftig Verträge mit Betreibern von KWK-Anlagen abschließen können, in denen sich letztere bereit erklären, bei Netzengpässen für eine Abregelung (Redispatch) zur Verfügung zu stehen und zugleich Überschussstrom für den Betrieb von power-to-heat-Anlagen zu beziehen. Die rechtlichen Grundlagen wurden mit der EEG-Reform 2017 geschaffen (§ 13 Absatz 6a).

Am 07.09.2016 diskutierte die BNetzA auf einem Workshop mit Vertretern der Branche Auslegungsfragen und Anwendungspotenziale. Zur entscheidenden Frage, wo genau das sogenannte "Netzausbaugebiet" liegen wird, lieferte die BNetzA nur allgemeine Hinweise und verwies auf eine für November/Dezember 2016 geplante Verbändebeteiligung. Nur im "Netzausbaugebiet" besteht die Möglichkeit zum Abschluss derartiger Vereinbarungen zwischen KWK-Anlagenbetreibern und ÜNB. Hinzukommt, dass im "Netzausbaugebiet" der Zubau von Windparks gedeckelt werden soll.

Auf dem Workshop wurde deutlich, dass die BNetzA die Ausgestaltung des neuen Instruments weitgehend den ÜNB anvertraut. Damit setzt sich der Trend fort, den Herausforderungen der Energiewende mit marktfernen Instrumenten zu begegnen und die Macht der ÜNB weiter zu stärken.