ACER Konsultation zum Einfluss von bestehenden Preiszonen auf den Elektrizitätsmarkt

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Im Rahmen der Konsultation wird das Funktionieren des Elektrizitätsmarktes unter dem Gesichtspunkt der Struktur von Preiszonen analysiert. ACER sieht die Struktur der Preiszonen als wichtiges Kriterium für die Einschätzung, wie der Elektrizitätsmarkt auf regionaler bzw. europäischer Ebene funktioniert.

ACER analysiert Preiszonen nach der Verursachung von Loop Flows,(Stromringflüsse durch andere Länder) der Marktliquidität, den Preishedgingmöglichkeiten, den Investitionssignalen sowie der Marktmacht. Generell kommt ACER bei jedem Punkt zu dem Ergebnis, dass bei großen Preiszonen zwar gewisse Vorteile vorhanden sind (z.B. hohe Liquidität), diese aber nach Meinung der Agentur auch unabhängig einer Preiszone generiert werden können. Daraus resultierend ist für die Agentur eine mögliche Einteilung des Strommarktes in kleinere Preiszonen (z.B. Nord und Süd in Deutschland) durchaus denkbar.

Im Entwurf des Capacity Allocation and Congestion Management (CACM) Netzkodexes (Netzkodex für Kapazitätszuweisung und Engpassmanagement) ist außerdem vorgesehen, dass der Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) zum einen einen technischen Bericht hinsichtlich des Engpassmanagements erstellt. Zum anderen soll der ÜNB bestehende Preiszonen hinsichtlich ihrer Effizienz überprüfen.

In seiner Stellungnahme spricht sich der VKU grundsätzlich für einen weiteren Ausbau der Grenzkuppelstellen aus, um die Vollendung des europäischen Binnenmarktes zu vollziehen. Ein Ausbau der Grenzkuppelstellen würde zu einer Erhöhung der Liquidität im Markt führen. Darüber hinaus unterstützt der VKU ein Beibehalten, insbesondere der deutsch/österreichischen Preiszone, welche sehr gut funktioniert. Eine Splittung der Preiszonen würde zu Lasten der Liquidität und damit auch zu Lasten des Preises gehen.
Bei einer Aufteilung der Märkte in mehrere kleinere Preiszonen sieht der VKU die Gefahr, dass hier unnötige Markteintrittsbarrieren geschaffen werden. Auch wäre eine Splittung mit erheblichen Mehrkosten für Händler/Beschaffer verbunden, welche so an einer Vielzahl von Marktplätzen tätig werden müssten. Darüber hinaus bestehe bei der Schaffung von kleineren Preiszonen die Gefahr, dass die Komplexität des Marktes immens ansteigt, wie es bei der derzeitigen Struktur in Italien zu beobachten ist.

Der VKU betont in seiner Stellungnahme, dass keine Notwendigkeit besteht die derzeitige Preiszonenstruktur (bezogen auf die deutsch/österreichische Preiszone) zu ändern, da weder Diskriminierung, noch Einschränkungen hinsichtlich verfügbarer Preishedginginstrumente, oder eine verstärkte Marktmacht zu erkennen ist. Es gibt ausreichend Liquidität am Markt. Daher sieht der VKU auch keinen Handlungsbedarf bezüglich einer Änderung der Preiszonen.

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