BNetzA legt Xgen für die 3. Regulierungsperiode auf 0,9 % fest Der veröffentlichte Xgen-Wert ist inakzeptabel und setzt die Verteilnetzbetreiber unter hohen ungerechtfertigten Druck.

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Die Bundesnetzagentur (BNetzA) hat den Wert des Xgen Strom für die 3. Regulierungsperiode mit 0,9 % festgelegt. Dieser Wert ist inakzeptabel hoch und wurde von der BNetzA systematisch überschätzt. Auch mit dem nachträglich eingebauten Sicherheitsabschlag setzt die Bundesnetzagentur die Verteilnetzbetreiber unter hohen Druck und trifft sie und deren kommunale Eigentümer wirtschaftlich hart. Angesichts der bevorstehenden Aufgaben zum Um- und Ausbau der Stromverteilnetze ist das nicht vertretbar und kontraproduktiv.

Bei der Berechnung hat die BNetzA einen entscheidenden Fehler gemacht: Der Xgen ist eine Prognose. Allerdings hat die BNetzA dafür Daten, die weit in der Vergangenheit liegen, als Basis genommen. Der VKU hat mit zwei Stellungnahmen auf zahlreiche Ungereimtheiten hingewiesen, insbesondere auf den stark verzerrenden Einfluss des Jahres 2006 auf die Berechnung. Die BNetzA ist jedoch von ihrer Vorgehensweise nicht abgewichen und hat, mit Ausnahme einer Fehlerkorrektur bei der Ausreißerbereinigung, ihre Methodik unverändert gelassen. Somit sind die in den Stellungnahmen vorgebrachten Kritikpunkte und Forderungen weiterhin unverändert gültig. Wie bereits in Bezug auf den Xgen Gas erfolgt, ist auch bei dieser Festlegung mit einer hohen Anzahl von Rechtsbeschwerden gegen die BNetzA-Festlegung zu rechnen.

Hintergrund:

Bei der Anwendung des Xgen wird unterstellt, dass die deutsche Netzwirtschaft in der Lage ist, ihre Produktivität stärker zu steigern und bessere Einstandspreise zu realisieren als der Durchschnitt der deutschen Volkswirtschaft. Der Xgen soll somit eine Prognose für die zukünftige Abweichung der netzwirtschaftlichen Produktivität von der Produktivität der Gesamtwirtschaft abbilden. Grundsätzlich ist der VKU der Auffassung, dass eine robuste und verlässliche Ermittlung des Xgen nicht möglich ist und dieser seine Berechtigung im deutschen Regulierungskontext verloren hat.