EE-und Netzausbau zukünftig Hand in Hand?
Netzanschluss ist Nadelöhr der Energiewende – Netzausbau deutlich beschleunigen!

Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) begrüßt das Netzanschlusspaket der Bundesregierung. Der Gesetzentwurf setzt aus Sicht der kommunalen Unternehmen an einem Engpass der Energiewende an und soll den Zubau neuer Anlagen besser mit dem Netzausbau verzahnen.

23.07.26

Ein Arbeiter, der mit einem Seilsystem einen Eimer an einer strukturierten Wand eines hohen Gebäudes befestigt. Der klare, blaue Himmel ist im Hintergrund sichtbar, während er mit Sicherheitsausrüstung und einem Helm ausgestattet ist.

Deutschland baut erneuerbare Energien, Ladeinfrastruktur, Wärmepumpen und Speicher mit hoher Geschwindigkeit aus. Gleichzeitig stoßen die Netze vielerorts an ihre Grenzen. Hohe Antragszahlen und komplexe Verfahren sorgen für einen erheblichen Planungsaufwand bei den Netzbetreibern. Die kommunalen Unternehmen unterstützen deshalb das Ziel, den Zubau neuer Anlagen stärker an den verfügbaren Netzkapazitäten auszurichten. Jede Kilowattstunde aus erneuerbaren Energien macht Deutschland ein Stück unabhängiger von fossilen Energieimporten. 

Als tragfähigen Kompromiss erachtet der VKU die überarbeiteten Regeln zur besseren Steuerung des Zubaus von Anlagen in Netzengpassgebieten . Die Anhebung der Abregelungsschwelle auf fünf Prozent, ab der ein Gebiet als “kapazitätslimitiert” ausgewiesen werden darf, die getrennte Betrachtung von Wind- und Solaranlagen sowie die Begrenzung entschädigungsfreier Redispatchstunden schaffen aus Sicht des VKU mehr Planungssicherheit für Investoren und verbessern die Finanzierbarkeit neuer Projekte.  Netzbetreiber werden gleichzeitig weiterhin in die Verantwortung genommen.

Der VKU begrüßt zudem die geplante Begrenzung der Anschlussleistung neuer Erneuerbare-Energien-Anlagen. Dadurch können vorhandene Netzkapazitäten effizienter genutzt und unnötige Ausbaukosten vermieden werden. Gleichzeitig entstehen Anreize für Batteriespeicher, für die konsequente Überbauung von Netzanschlüssen durch PV- und Wind-Anlagen und andere netzdienliche Lösungen. 

Wichtig ist aus Sicht des Verbandes jedoch ein ausreichender Übergangszeitraum für bereits weit fortgeschrittene Projekte. Ein Inkrafttreten bereits Anfang 2027 würde für viele Vorhaben erhebliche Planungsunsicherheit schaffen. 

Positiv bewertet der VKU auch die geplanten Regelungen zur Rückgabe dauerhaft ungenutzter Netzanschlusskapazitäten. Voraussetzung ist ein fairer und transparenter Kommunikationsprozess mit den betroffenen Anschlussnehmern. Anlagen im Aufbau, Reserveanlagen sowie Übergabepunkte zwischen Netzbetreibern sollten von entsprechenden Anpassungen ausgenommen werden. 

Besonderen Nachbesserungsbedarf besteht bei der Priorisierung von Netzanschlussbegehren. Die Energiewende findet zu großen Teilen in den Verteilnetzen statt. Deshalb müssen die Verteilnetze bei der Vergabe knapper Kapazitäten Vorrang erhalten. Hier werden die meisten Wind- und Solaranlagen, Wärmepumpen, Ladepunkte und Speicher angeschlossen. Darüber hinaus sollten Kriterien wie Netzverträglichkeit, Daseinsvorsorge und Wohnungsbau stärker berücksichtigt werden.