EU-Kommission legt Vorschlag zum Umgang mit Einwegkunststoffprodukten vor


Am 28. Mai 2018 hat die EU-Kommission einen Vorschlag für eine Richtlinie zur Reduktion von Einwegkunststoffprodukten vorgelegt. Mit diesem Vorschlag soll die Verschmutzung der Umwelt und Meere reduziert werden. Laut EU-Kommission sind ca. 50 Prozent aller Abfälle, die an europäischen Stränden anfallen, Einwegkunststoffprodukte.

Die EU-Kommission fordert die Mitgliedstaaten dazu auf, Maßnahmen zu ergreifen, um Einwegkunststoffprodukte, für die bereits taugliche Alternativen zur Verfügung stehen, vom Markt zu nehmen. Bei Produkten, für die es noch keine offensichtlichen Alternativen gibt, liegt der Schwerpunkt auf der Eindämmung ihres Verbrauchs. Ein Vermarktungsverbot soll für Wattestäbchen, Besteck, Teller, Trinkhalme, Rührstäbchen und Luftballonstäbchen aus Kunststoff eingeführt werden – zukünftig solle diese Dinge vollständig aus umweltfreundlichen Materialien hergestellt werden.

Laut Kommissionsvorschlag sollen die Hersteller von Einwegkunststoffprodukten mehr in die Verantwortung genommen werden und die Kosten für die Beseitigung der Vermüllung der Umwelt und Meere (Littering) tragen. Zudem geht der Vorschlag konkret auf Plastikflaschen ein, denn diese haben einen großen Anteil der Vermüllung der Umwelt und Meere. Die Mitgliedstaaten sollen dazu verpflichtet werden, bis 2025 eine Sammelquote von 90 Prozent für Einweg-Getränkeflaschen zu erreichen. Pfandsysteme, wie in Deutschland, können zur Erreichung dieses Ziels beitragen.

Die Vorschläge der Kommission werden nun dem Europäischen Parlament und dem Rat zur Annahme bzw. Änderung vorgelegt. Die Kommission fordert die Institutionen auf, dieses Dossier prioritär zu behandeln, um den europäischen Bürgern noch vor der Europawahl im Mai 2019 greifbare Ergebnisse präsentieren zu können.