Wasserstoff
Europäische Wasserstoff-Allianz – gemeinsames Impulspapier 26.06.26

Die Flagge der Europäischen Union weht vor einem klaren, blauen Himmel. Die Flagge ist dunkelblau mit zwölf goldenen Sternen, die einen Kreis bilden, und ist am oberen Ende eines Flaggenmastes befestigt.

Der VKU setzt sich gemeinsam mit führenden Wirtschaftsverbänden für den schnellen Aufbau einer europäischen Wasserstoffallianz ein. In einem gemeinsamen Impulspapier wird deutlich: Der Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft hat zwar erste Fortschritte erzielt, befindet sich jedoch weiterhin in einer kritischen Phase und bleibt hinter den notwendigen Anforderungen zurück.

Wasserstoff als Schlüssel für Resilienz und Klimaschutz

Wasserstoff spielt eine zentrale Rolle für die Transformation des Energiesystems. Er trägt nicht nur zur Dekarbonisierung energieintensiver Industrien und schwer elektrifizierbarer Anwendungen bei, sondern stärkt zugleich die Versorgungssicherheit Europas. 

Insbesondere vor dem Hintergrund geopolitischer Krisen zeigt sich: Europa muss seine Energieversorgung diversifizieren und unabhängiger von fossilen Importen werden. Eine leistungsfähige Wasserstoffwirtschaft kann hier einen entscheidenden Beitrag leisten, indem sie neue Energiepartnerschaften ermöglicht und die Integration erneuerbarer Energien unterstützt.

Hochlauf kommt nur schleppend voran

Trotz einzelner Erfolgsprojekte – etwa großer Elektrolysevorhaben und Fortschritten beim Aufbau von Infrastruktur – fehlt es weiterhin an der notwendigen Dynamik. Viele Projekte verzögern sich aufgrund hoher Kosten, regulatorischer Unsicherheiten und fehlender Nachfrageabsicherung.

Unternehmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette stehen unter erheblichem Druck. Investitionen werden zurückgestellt, Geschäftsmodelle bleiben unsicher und internationale Wettbewerber gewinnen an Boden.

Aus Sicht des VKU ist klar: Der Wasserstoffhochlauf gelingt nur dann, wenn Infrastruktur, Förderung, Nachfrageimpulse und verlässliche Rahmenbedingungen ineinandergreifen.

Politische Rahmenbedingungen dringend verbessern

Um den Markthochlauf zu beschleunigen, fordert der VKU gemeinsam mit den Partnerverbänden konkrete Verbesserungen:

  • Abbau regulatorischer Hemmnisse und praxisnahe Vorgaben für die Wasserstoffproduktion
  • Senkung der Kosten, etwa durch Netzentgeltbefreiungen für Elektrolyseure
  • Stärkung von Nachfrageinstrumenten und langfristigen Abnahmeabsicherungen
  • Einführung von Risikoinstrumenten wie Differenzverträgen und Garantien 

Ein technologieoffener Ansatz, der sowohl erneuerbaren als auch kohlenstoffarmen Wasserstoff einbezieht, ist dabei essenziell.

Infrastruktur als Rückgrat des Marktes

Der Ausbau der Wasserstoffinfrastruktur ist ein zentraler Erfolgsfaktor. Das deutsche Wasserstoffkernnetz sowie grenzüberschreitende Transportkorridore bilden die Grundlage für einen integrierten europäischen Markt.

Entscheidend ist nun, diese Infrastruktur zügig mit Speichern, Importkapazitäten und industriellen Nachfragezentren zu verknüpfen. Nur so kann Wasserstoff flächendeckend verfügbar und wirtschaftlich nutzbar werden.

Deutschland in Schlüsselrolle

Deutschland kommt beim Aufbau einer europäischen Wasserstoffwirtschaft eine zentrale Rolle zu. Als großer Industriestandort, künftiger Importeur und technologischer Treiber kann Deutschland wichtige Impulse setzen und europäische Partnerschaften stärken.

Deutschland kommt beim Aufbau einer europäischen Wasserstoffwirtschaft eine zentrale Rolle zu. Als großer Industriestandort, künftiger Importeur und technologischer Treiber kann Deutschland wichtige Impulse setzen und europäische Partnerschaften stärken.

Gemeinsamer Appell: Jetzt handeln

Vor diesem Hintergrund erneuern die beteiligten Verbände ihren Appell an Politik und EU-Mitgliedstaaten, die Bildung einer europäischen Wasserstoffallianz aktiv voranzutreiben.

Nur durch ein koordiniertes Vorgehen auf europäischer Ebene können die notwendigen Investitionen mobilisiert, Risiken reduziert und ein funktionierender Binnenmarkt für Wasserstoff geschaffen werden.

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