Trinkwasserressourcen vor Nitrateinträgen schützen Auswertung der Grundwasserdatenbank Nitrat von DVGW, VKU und BDEW belegt dringenden Handlungsbedarf

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Mit der neuen Grundwasserdatenbank Nitrat erfassen die Branchenverbände BDEW, DVGW und VKU bundesweit die Nitratbelastung des Grundwassers in den Einzugsgebieten der Trinkwassergewinnungsanlagen. Die Auswertungen zeigen, dass dringender Handlungsbedarf besteht: An rund 22 Prozent der Vorfeldmessstellen wird der Nitratgrenzwert von 50 Milligramm pro Liter überschritten. An rund 28 Prozent der Vorfeldmessstellen liegen die Nitratkonzentrationen über 37,5 Milligramm pro Liter. In der Spitze wurden im Jahr 2016 sogar Nitratwerte bis 357 Milligramm pro Liter erreicht.

Studien wie das DVGW-Forschungsvorhaben „Nachlassendes Nitratabbauvermögen“ aus dem Jahr 2013 zeigen, dass das natürliche Abbauvermögen in einigen Regionen nicht (mehr) vorhanden oder bereits deutlich aufgebraucht ist. Sofern das Nitrat durch natürliche Prozesse nicht mehr abgebaut werden kann, hat dies einen weiteren deutlichen Anstieg des Nitratgehalts im Grundwasser zur Folge und die Gefahr steigt, dass diese hohen Nitratgehalte dann unmittelbar bis zu den Trinkwassergewinnungsanlagen durchbrechen.

Das Monitoring der Trinkwasserressourcen über die Grundwasserdatenbank Nitrat bildet eine Messlatte, inwieweit sich das neue Düngerecht positiv auf die Nitratgehalte in den Trinkwasserressourcen auswirkt. Gemessen am vorsorgenden Verbraucherschutz sowie dem Leitbild für die Beschaffenheit des Lebensmittels Trinkwasser und seiner Ressourcen ist es zwingend erforderlich, dass eine gewässerverträgliche Landwirtschaft in Deutschland zur Realität wird. Die Trinkwasserressourcen sind so zu schützen, dass überall der Trinkwassergrenzwert von 50 Milligramm pro Liter sicher eingehalten wird.