Europäische Woche der Abfallvermeidung 2021 fokussiert sich auf nachhaltige Gemeinschaften Wir gemeinsam für weniger Abfall – unsere Gemeinschaft für mehr Nachhaltigkeit!

Die Europäische Woche der Abfallvermeidung (EWAV) ist die größte Kommunikationskampagne rund um das Thema Abfallvermeidung. Dieses Jahr legt das Zentrale Sekretariat der EWAV in Brüssel den Fokus auf „sustainable communities“. Auch in Deutschland suchen wir „nachhaltige“ lokale Gemeinschaften mit gut etablierten, aber auch innovativen Ideen.

Eine Gemeinschaft ist eine überschaubare soziale Gruppe (beispielsweise eine Familie, Gemeinde, Freundeskreis, Vereine), deren Mitglieder durch ein starkes „Wir-Gefühl“ eng miteinander verbunden sind – oftmals über Generationen – auch die Nachbarschaft kann eine Gemeinschaft sein.Die Gemeinschaft gilt als ursprünglichste Form des Zusammenlebens und als Grundelement der Gesellschaft. Unter Nachhaltigkeit verstehen wir in erster Linie die Verantwortung für unsere Umwelt, also einen verantwortungsbewussten Umgang mit vorhandenen Ressourcen, damit sie langfristig erhalten bleiben und ihr Bestand auf natürliche Art erneuert werden kann. Anders gesagt: Nachhaltigkeit bedeutet, Abfälle zu vermeiden und somit Ressourcen zu schonen. Dieses Jahr streben wir danach, unterschiedliche Gemeinschaften, d.h. soziale Gruppen in den Vordergrund zu stellen, die sich für die Abfallvermeidung einsetzen, nachhaltigen Konsum fördern und Gemeinsinn stiften. Denn solche Gemeinschaften können einen wichtigen Beitrag zur Abfallvermeidung leisten und auch Teilhabe ermöglichen. Gemeinschaften können Projekte zur Abfallvermeidung entwickeln, durchführen und fördern. Sie sind hierdurch Multiplikatoren für abfallvermeidende Ideen.

Gelungene Beispiele für nachhaltige Gemeinschaften sind Repair-Cafés, lokale Möglichkeiten für „Nutzen statt Besitzen“, Kaufhäuser für Gebrauchtwaren oder auch Kommunikationskampagnen zu der einen oder anderen Initiative bzw. Plattformen. Hier sind einige Ideen:

Gibt es in Ihrer Nachbarschaft schon eine Möglichkeit, Sachen, die zu Schade zum Wegwerfen sind, anderen zur Verfügung zu stellen? Hat Ihre Nachbarschaft, Ihre Familie, Eure Schule usw. hierfür Ideen entwickelt? Ein Beispiel ist das Projekt „BonnBox“. BonnBox ist ein öffentlicher Schrank für Sachen, die zu schade für die Tonne sind.

Gibt es in Ihrer Nachbarschaft schon jemanden, den Sie um Rat bitten können, um etwas zu reparieren oder einen Ort von dem Sie wissen, dass Sie dort jemanden antreffen, der Ihnen mit Rat und Tat bei der Reparatur zur Seite steht? Ein Beispiel für eine solche Hilfe sind Repair Cafés. Sie machen es sich zum Ziel, defekte Gegenstände jeglicher Art zu reparieren, damit diese nicht weggeworfen werden müssen. Das sind beispielsweise Gegenstände wie Kleidung, Möbel oder elektrische Geräte.

Gibt es in Ihrer Nachbarschaft schon Möglichkeiten, Dinge gemeinschaftlich zu nutzen, so dass etwas, das nicht täglich gebraucht wird, von der Gemeinschaft zur Verfügung gestellt wird, damit jede/r es nutzen kann, wann er oder sie es benötigen? Denn nicht jede/r muss jedes Werkzeug, Sport- oder Küchengerät oder Ähnliches immer für sich kaufen.

Für die jüngeren Akteure wären folgende Aktionen denkbar: Schülerinnen und Schüler könnten eine Mitschülertauschbörse für Spielzeug, Kleidung usw. ins Leben rufen. Die Schule könnte mit den Kindern regionales, saisonales und bedarfsgerechtes Kochen üben. All dies trägt zur Vermeidung von Abfällen bei. Zudem könnten sich Bildungseinrichtungen mit verschiedenen Themen der Abfallvermeidung befassen und zur Aktionswoche ihren Erkenntnisgewinn, zum Beispiel über Social Media, mit der Gemeinschaft teilen. Unterschiedliche Wettbewerbe (als Beispiel könnte hier der Malwettbewerb der Let´s Clean Up Europe-Kampagne aus dem Jahr 2020 aufgeführt werden) sind auch dieses Jahr sehr willkommen. Überlegenswert wäre auch das gemeinsame Schauen einer Kurzdokumentation mit Schülerinnen und Schülern z.B. über einen Handwerker, denn dieser hilft Geräte wieder zum Leben zu erwecken hat oder ein kurzes Video zu unsichtbarem Müll, welcher bei der Herstellung der Elektrogeräte entsteht, mit anschließender Diskussion. Dieses Format lässt sich auch sehr gut in den Distanzunterricht integrieren. Aktive Seniorinnen und Senioren können Schulen und Kindergärten dabei in ihrer Nachbarschaft mit ihren Erfahrungen zur Abfallvermeidung und zum Umweltschutz unterstützen. Ein gutes Beispiel wäre hier das Projekt „Happy Dragon“ aus Giengen an der Brenz.

Die EWAV-Akteure sind auch herzlich dazu eingeladen, digitale Ausstellungen, Workshops oder Podcasts zu organisieren bzw. aufzunehmen. Alle Aktionen rund um das Thema Abfallvermeidung sind willkommen!

Bei Präsenzveranstaltungen beachten Sie bitte die Hinweise zu den aktuellen Corona-Schutzmaßnahmen auf den Internetseiten Ihres Bundeslandes und Ihrer Stadt bzw. Gemeinde.

Weitere Informationen zur EWAV 2021 erfolgen noch. Die Anmeldung ist ab September 2021 unter https://www.wochederabfallvermeidung.de möglich.

Die Juli/August Ausgabe der VKS News ist erschienen. Es geht unter anderem um die EWAV 2021, aber auch über andere spannende nationale Projekte wie das „Kieler Zero-Waste-Konzept“ oder die Plastikfrei-Challenge der Bye Bye Plastik Sylt-Initiative.

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