Wie Klimaschutzsynergien mit Wärmenetzen heben? BEE und VKU diskutierten darüber auf den Berliner Energietagen 2019

„Infrastrukturen fallen nicht vom Himmel“ – mit diesen Worten endete die gemeinsame Veranstaltung „Wärmenetze für Klimaschutzsynergien“ von BEE und VKU auf den Berliner Energietagen 2019. Klar ist auch: Wärmenetze sind ein wesentlicher Schlüssel für die Wärmewende. Über deren Rolle und Transformation wurde mit Wirtschaft und Ministerium diskutiert.

©Energietage/Rolf Schulten

"Infrastrukturen fallen nicht vom Himmel" - mit diesen Worten endete die gemeinsame Veranstaltung "Wärmenetze für Klimaschutzsynergien" vom Bundesverband Erneuerbare Energie e.V. (BEE) und dem Verband kommunaler Unternehmen e.V. (VKU) auf den Berliner Energietagen 2019 am 21. Mai, an der über 100 Interessierte teilnahmen. Es blieb die Erkenntnis, dass Wärmenetze ein wesentlicher Schlüssel für die Wärmewende sind. Die Integration von erneuerbarer Wärme sowie Abwärme und der dafür notwendige Umbau der Wärmenetze stellen dabei eine Herausforderung dar, die es flankiert mit geeigneten Rahmenbedingungen zeitnah anzugehen gilt.

Die große Bedeutung der Wärmenetze für die Wärmewende wurde durch Beiträge von 8KU und AGFW sowie dem Fraunhofer IEE hervorgehoben. 8KU und AGFW stellten Strategien zur Erhöhung des Anteils klimaneutraler Wärmelieferung vor. Sie betonten, dass die Wärmelieferung auch Mietern in Ballungsräumen Zugang zu klimaneutraler Wärme ermöglicht. Aus Sicht der Wissenschaft könnte die Wärmeversorgung der Gebäude vollständig dekarbonisiert werden: durch den starken Ausbau von Wärmenetzen bis 2030 und den Einsatz eines Technologie-Mixes. Dies war eine zentrale Erkenntnis der vorgestellten Studie des Fraunhofer IEE.

Im Anschluss berichteten u. a. Vertreter von der RheinEnergie AG und der ESWE Versorgungs AG, wie sie vor Ort den Wandel der Wärmversorgung gestalten. Dabei kamen verschiedene Herausforderungen zur Sprache. Es wurde für klare politische Bekenntnisse auf allen Ebenen, Akzeptanz in der Gesellschaft und geeignete Rahmenbedingungen plädiert.

Vertreter der Ritter XL Solar GmbH, der UBP-consulting GmbH & Co. KG und der eZeit Ingenieure GmbH machten unter dem Motto "Von Anfang an Erneuerbar" deutlich, dass die erneuerbaren Energien zur "Vergrünung" der Netze bereitstehen. Der Wärmepumpe wurde dabei von Teilnehmern einer Vorab-Umfrage das größte Potential zugemessen.

Aber: Welche politischen Rahmensetzungen bzw. technischen Entwicklungen hätten das höchste Potenzial, mehr EE in die Wärmnetze zu bekommen? Die Einführung einer CO2-Bepreisung hätte dies, so die Antwort der Publikumsmehrheit. Dieser Fragestellung und insbesondere der Bedeutung der Infrastrukturen widmete sich auch die abschließende Podiumsdiskussion.

Thorsten Herdan, Abteilungsleiter aus dem BMWi, stellte klar: "Infrastrukturen fallen nicht vom Himmel". Um die Infrastrukturen energiewendetauglich zu machen, müssten offene Fragen nach der Zumutbarkeit von Ordnungsrecht, Transformationsgeschwindigkeit und Kompatibilität zwischen den Infrastrukturen geklärt werden. Die Diskussionsteilnehmer waren sich schlussendlich einig, dass Wärmenetze einen wesentlichen Beitrag zum Erreichen der Klimaziele im Wärmesektor leisten können.