Wasserstoff – ein „evergreen“

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Seit dem 19. Jahrhundert wird die Idee der Verwendung von Wasserstoff immer wieder aufgegriffen. Schon Jules Verne schrieb 1870, dass die Energie von morgen Wasser ist, das durch elektrischen Strom zerlegt wird. Seitdem wurde diese Möglichkeit wiederholt diskutiert - und vernachlässigt. Die klimapolitische Zielsetzung belebt nun die Diskussionen um Wasserstoff erneut.

Der „Dialogprozess Gas 2030“ des BMWi in 2019 kam zu dem wichtigen Ergebnis, dass gasförmige Energieträger langfristig eine zentrale Rolle bei der Sicherheit der Energieversorgung haben. Es müssen aber CO2-freie bzw. CO2-neutrale Gase sein. Dies öffnet die Perspektiven für Wasserstoff.

Ende Januar wurde der Entwurf einer Nationalen Wasserstoffstrategie in die Ressortabstimmung gegeben und schließlich im Juni 2020 verabschiedet.

In Brüssel hat die Kommission zusammen mit der Strategie zu einem „Integriertem Energiesystem“ ihre EU-Wasserstoff-Strategie veröffentlicht. Kernaussage ist, dass in einem integrierten Energiesystem Wasserstoff die Dekarbonisierung von Industrie, Verkehr, Stromerzeugung und Gebäuden in ganz Europa unterstützen. Die EU-Wasserstoffstrategie befasst sich damit, wie dieses Potenzial durch Investitionen, Regulierung, Schaffung von Märkten sowie Forschung und Innovation ausgeschöpft werden kann. Aus Sicht des VKU ist die Strategie ein guter erster Schritt. Sie muss jetzt zügig in konkrete Maßnahmen übersetzt werden. Denn klar ist: Dekarbonisierung und Energiewende werden vor Ort umgesetzt, und zwar von den Kommunen und kommunalen Unternehmen. Dazu muss zeitnah ein verlässlicher Investitionsrahmen aus Brüssel und Berlin kommen.

Der VKU vertritt in seinem Positionspapier „Wasserstoff und kommunale Unternehmen“ die Sicht, dass kommunale Ansätze und regionale Cluster für den Aufbau der Wasserstoffwirtschaft wesentlich sind. Denn Stadtwerke sind kompetente Akteure bei dieser Form der Sektorenkopplung, da sie sich mit den Bereichen Strom, Wärme und Verkehr hervorragend auskennen.

Sie sind zudem lokal gut vernetzt und kennen die (möglichen) Partner vor Ort. So können sie Synergien durch die Nutzung zusätzlicher Schnittstellen erzeugen.