Matratzen- und Teppichrecycling noch kein Geschäftsmodell Ergebnisse des Fachgesprächs: Sperrmüll – Verlorene Wertstoffe?!

Sperrmüll ist nur aufwändig einer Wiederverwendung und dem Recycling zuzuführen. Da die Sperrmüllfraktion ähnlich wie der gemischte Siedlungsabfall aus sehr unterschiedlichen Materialien zusammengesetzt ist, nur eben in größeren Abfallbestandteilen, wird nur ein geringer, leicht abtrennbarer Anteil stofflich verwertet für den es einen Sekundärrohstoffmarkt gibt.

Im Fachgespräch „Sperrmüll – verlorene Wertstoffe?!“ bei der Deutschen Umwelthilfe e.V. am 19.02.2019 in Berlin wurde deutlich, dass eine Erhöhung des stofflichen Verwertungsanteils aus der Sperrmüllfraktion unter den gegebenen Marktverhältnissen nicht zu realisieren ist.

Auch wenn Einigkeit bei den anwesenden Experten darüber bestand, dass es sinnvoll sei größere Potentiale aus dem Sperrmüll für eine stoffliche Nutzung zugängig zu machen, war am Ende der Veranstaltung klar, dass dieses in der betrachteten Produktgruppe Matratzen und Teppiche nicht kurz- oder mittelfristig zu schaffen sein wird.

Zwei Haupthindernisse wurden von den Referenten mit den Gesprächsteilnehmern diskutiert.

Das Produkt- oder im besten Fall Öko-Design von Matratzen und Teppichen erlaubt nur zu ganz geringen Anteilen eine stoffliche Verwertung, wenn eine einheitliche Stoffauswahl in dem Produkt verarbeitet wurde oder wenn wenige stofflich verschiedene Bestandteile schnell und sauber voneinander zu trennen sind. Das ist in der überwiegenden Menge der Produkte bis heute nicht der Fall. Hierzu müssten klare Regeln des Materialeinsatzes neu designter Produkte eingehalten werden und eine international einheitliche Kennzeichnung für die verwendeten Stoffe am Produkt angebracht sein. Bei Matratzen und Teppichen ist die Nutzungsdauer im privaten Haushalt sehr lang, so dass heute im Sperrmüll deren Abfälle auftauchen, die zwischen 20 und 70 Jahre alt sind. Damit würden auch neue Regeln zum Produktdesign und zur Kennzeichnung erst in vielen Jahren greifen.

Die Materialqualität des im Sperrmüll auftauchenden Teppich- und Matratzenanteils ist sehr schlecht. Ohne eine teure Getrennthaltung mit Verhinderung von Nässeeinwirkung auf die Abfälle sind diese auf keinen Fall für ein Produkt-zu-Produkt-Recycling zu verwenden. Einige Downcycling-Produkte wie z. B. Malervlies gibt es dennoch für ein zweites Produktleben der eingesetzten Textilien.

Sind diese beiden Haupthindernisse behoben, bleibt noch die Aufgabe einen Nachfragemarkt nach Sekundärrohstoffen aus dem Matratzen- und Teppichrecycling zu etablieren, durch den die Aufbereitung der Materialien finanziert werden könnte. Zum jetzigen Zeitpunkt gibt es keine finanziell auskömmliche Recyclingmöglichkeit der Materialien aus Matratzen und Teppichen.

Insofern erzielten die Experten in der Abschlussdiskussion dahingehend Einigkeit, dass die energetische Verwertung mit Rückgewinnung der Metallanteile in einer thermischen Behandlungsanlage aktuell eine sinnvolle Verwertungsart darstellt.