Diskussion urbaner Mobilitätskonzepte und Wasserstoffmobilität in Mainz VKU-Arbeitskreis Mobilität kommunaler Unternehmen

Die Zukunft der Wasserstoffmobilität und Praxisbeispiele standen im Mittelpunkt der Sitzung am 14. Mai 2019 bei der Mainzer Verkehrsgesellschaft mbH (MVG). Konkret wurde es zudem auf dem MVG-Betriebshof mit dem Blick in einen nachgerüsteten Diesel-Linienbus mit NOx-Filter und Probefahrten mit einem Wasserstoff-Auto der Überlandwerke Groß-Gerau durch die Mainzer Neustadt.

Das Beispiel Mainz

Den Auftakt einer interessanten Sitzung machte VKU-Präsident Michael Ebling, Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Mainz, mit einem Vortrag über urbane Mobilitätskonzepte am Beispiel Mainz. Zur Reduktion von Emissionen und Förderung des ÖPNV wird derzeit eine Reihe von Maßnahmen geplant, darunter: 

  • Elektrifizierung des öffentlichen Verkehrs über Straßenbahnausbau: Mainzelbahn (seit Ende 2016 in Betrieb) und CityBahn für Mainz-Wiesbaden-Bad Schwalbach (in Planung) 
  • Umrüstung der Dieselflotte mittels NOx-Filtersystemen und Neukauf von Dieselbussen auf Euro-6-Standard
  • Einsatz von 4 Elektrobussen und 4 H2-Bussen (ab Q3/2019) 
  • Förderantrag für 23 Elektrobusse an Bundesumweltministerium (Mai 2019) 
  • Erstellung eines Greencity Masterplan, der Mainz als Pilotstadt für Smart City und vernetzte, intelligente, innovative und nachhaltige urbane Mobilität skizziert.

Mainz ist als eine von 65 Städten, in denen die Grenzwerte für Feinstaub und Stickoxide überschritten werden, aufgefordert, anhand eines umfassenden Konzeptes nachhaltig wirksame Maßnahmen zu ergreifen. Für die im Masterplan aufgelisteten Projekte sind bereits rund 16 Millionen Euro aus Mitteln des Bundes abgerufen worden. Es bleibt eine finanzielle und planerische Kraftanstrengung für die Stadt.

Neue Technologien für den Transport und Speicherung von Wasserstoff

Weiter ging es mit Praxisbeispielen aus Mainz und Wuppertal. Während in Mainz Batterie- und Brennstoffzellenbusse durch die Mainzer Stadtwerke und den Energiepark Mainz-Hechtsheim getestet werden, haben sich die WSW Mobil GmbH aus Wuppertal klar für Wasserstoff-Busse entschieden. Die Projektleiter Björn Kalter, Mainzer Mobilität, und Andreas Meyer, WSW Mobil GmbH, stellen die Einbindung der Pilotprojekte in den Verbund von Verkehrsbetrieben und Stadtwerken, strategische Überlegungen für die Entscheidung und technische Details vor.

Wind- und Sonnenenergie sind fast unbegrenzt verfügbar, aber witterungsabhängig, was zu starken Schwankungen bei der Stromversorgung führt. Nutzen statt wegwerfen: Überschüssiger Strom aus regenerativen Quellen kann genutzt werden, um durch Elektrolyse Wasserstoff herzustellen. Dieser kann in das Erdgasnetz eingespeist, weiterverarbeitet oder über Brennstoffzellen wieder in Strom verwandelt werden. Ein Nachteil von Wasserstoff: Transport und Lagerung müssen unter besonderen Bedingungen wie hoher Druck oder tiefen Temperaturen stattfinden. Die Lösung des Startups Hydrogenious Technologies GmbH: "Liquid Organic Hydrogen Carriers – LOHC", was übersetzt flüssiger organischer Wasserstoff-Träger heißt. Rafael Schmidt von Hydrogenious Technologies stellt die Technologie, LOHC als Trägerstoff, und das System ähnlich einer Pfandflasche vor.

Die Teilnehmer tauschten sich zudem in einer intensiven Diskussion darüber aus, welche aktuellen Förderprogramme für die Um- und Nachrüstung von kommunalen Diesel-Fahrzeugen weiterentwickelt wurden und welche aktuellen Projekte in den Häusern umgesetzt oder geplant werden.

Die nächste Sitzung des AK Mobilität findet am Rande der Smart Country Convention 2019 vom 22.-24. Oktober 2019 statt. Kostenlose Tickets zur Smart Country Convention gibt es unter www.smartcountry.berlin.