Neue Vermarktungschancen für regional erzeugten Strom

placeholder ©VKU/Schuster

Umweltbundesamt baut Regionalnachweisregister auf: Mit dem Gesetzesbeschluss zum EEG 2017 haben Bundestag und Bundesrat der Einführung eines "Regionalnachweissystems" grünes Licht gegeben. Unter bestimmten Voraussetzungen können EVU künftig für den Stromanteil, den der Kunde mit der EEG-Umlage finanziert, eine zusätzliche "regionale Eigenschaft" ausweisen. Die Grundlagen hierfür waren in einer Arbeitsgruppe des Bundeswirtschaftsministeriums unter Beteiligung des VKU erarbeitet worden.

Im Ansatz folgt das Regionalnachweissystem einer vom VKU vorgeschlagenen Systematik, wenngleich nicht alle VKU-Vorschläge übernommen wurden. Insbesondere ließ sich der Gesetzgeber nicht davon abbringen, die Kennzeichnung auf Fälle zu beschränken, bei denen sich EEG-Anlage und Kunde in derselben "Region" befinden.

Die relevante Region erstreckt sich auf alle PLZ-Gebiete, die sich ganz oder teilweise im Umkreis von 50 km um das PLZ-Gebiet des Kunden befinden. Der VKU wird sich weiterhin dafür einsetzen, dass EVU, die überregional in EE investieren, die gleichen Rechte bekommen. Dennoch ist es zu begrüßen, dass die Regionalstromkennzeichnung ins EEG aufgenommen wurde. Der VKU hatte dem Gesetzgeber in der entscheidenden Phase noch einmal den Rücken gestärkt, nachdem einige Interessensgruppen (v. a. Anhänger des sogenannten Grünstrommarktmodells) versucht hatten, die Kennzeichnung zu verhindern. Auch wenn das Regionalnachweissystem nicht perfekt ist, bietet es zumindest gute Ansätze, um die Möglichkeiten der Stromkennzeichnung zu erweitern.

Bevor Regionalnachweise ausgestellt und genutzt werden können, muss erst ein "Regionalnachweisregister" aufgebaut werden. Das zuständige Umweltbundesamt (UBA) ist bestrebt, die Verfahrensregeln möglichst unbürokratisch auszugestalten, dabei aber Aspekte der Sicherheit und Glaubhaftigkeit nicht zu vernachlässigen. Zu diesem Zweck wird das UBA mehrere Workshops mit Akteuren aus der Wirtschaft durchführen, um die Sicht der künftigen Nutzer frühzeitig in die Gestaltung der Prozesse einbringen. Die Einladung des UBA stieß in der Branche auf sehr positive Resonanz. Das Interesse an Regionalnachweisen ist offenbar groß.

Bis das Regionalnachweisregister seinen Betrieb aufnehmen kann, werden noch einige Vorarbeiten erforderlich sein. Nach Einschätzung des VKU wird das Register frühestens im Laufe des Jahres 2017 an den Start gehen.