Branchenlösung Marktrolle Aggregator – Verständigung auf Übergangslösung bei Bilanzkreiskorrektur

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Am 15.07.2016 organisierte der Bundesverband Neue Energiewirtschaft (BNE) den dritten Workshop zur Ausgestaltung eines Branchenvorschlags für die Vermarktung nachfrageseitiger Flexibilität über unabhängige Aggregatoren.

Neben dem VKU nahmen u.a. Vertreter von BDEW, Bitkom, Bilanzkreiskooperation (BKK), BNetzA, BMWi, EFET, Eurelectric, Fachverband Biogas, Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) und VIK teil.
Im Kern verständigten sich die Teilnehmer auf eine Übergangslösung bei der Bilanzkreiskorrektur. Außerdem wurde der Umgang mit Nachholeffekten sowie Kompensationsmechanismen thematisiert.
Zu Beginn der Sitzung verdeutlichte der Vertreter des Bundeswirtschaftsministeriums (BMWi), dass die wichtigsten vertraglichen Fragen über die durch das Strommarktgesetz (SromMG) induzierten Anpassungen in der Stromnetzzugangsverordnung (StromNZV) nun geregelt seien. Das Ministerium erwartet von der Branche jetzt möglichst konkrete Ausgestaltungsvorschläge. Ein von allen zustimmungsfähiges Eckpunktepapier sei explizit nicht gewünscht. Sollte der Gesamtprozess mehr Zeit beanspruchen, so wäre das BMWi bereit, eine Verlängerung um 2 bis 3 Monate einzuräumen.

Entgegen der Diskussionen im Rahmen der ersten beiden Sitzungen vereinbarten die beteiligten Parteien, dass übergangsweise an dem Verfahren der Bilanzkreiskorrektur über Day-After Fahrpläne festgehalten wird. Dies wurde insbesondere mit den aktuellen Unsicherheiten hinsichtlich der Anpassung der MaBiS im Zuge der Umsetzung des Gesetzes zur Digitalisierung der Energiewende (GDEW) begründet. Mehrfachanpassungen der MaBiS sollen vermieden und die Prozesse eng aufeinander abgestimmt werden.

Im Grundsatz begrüßten alle Teilnehmer den Ansatz, zwischen Anlagen mit und ohne Nachholung im Rahmen der Präqualifikation zu unterscheiden. Auch die stärkere Unterteilung bei Anlagen mit Nachholverhalten in solche mit steuerbarer bzw. planbarer Nachholung und nicht-planbarer Nachholung stieß bei vielen Stakeholdern auf Zustimmung. Offen blieb dabei, wie mit den Anlagen umgegangen werden soll, deren Nachholverhalten schwer bis gar nicht planbar ist. Auch konnten sich die Teilnehmer nicht auf einen praktikablen Ansatz zur Kompensation der Bilanzkreisverantwortlichen/Lieferanten verständigen. Ein prozentualer Aufschlag in Abhängigkeit von dem abgerufenen Regelenergievolumen war nicht konsensfähig.
Abschließend sprachen sich die Vertreter von BDEW und VKU dafür aus, dass die Belange der Verteilnetzbetreiber (u.a. im Rahmen des standardisierten Informationsaustauschs) stärker berücksichtigt werden müssen.

Der nächste - und derzeit voraussichtlich letzte - Workshop findet am 16.09.16 in Berlin statt. Der VKU wird sich weiterhin konstruktiv an der Branchendiskussion beteiligen.