Zweite Konsultation zum BNetzA Festlegungsverfahren zur Änderung des Bilanzkreisvertrages (BK6-14-044) endete am 31.10.2014

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Im Nachgang zum ersten Workshop im September 2014 hatte die Bundesnetzagentur (BNetzA) zur erneuten Stellungnahme im Rahmen des Festlegungsverfahrens zur Änderung des Bilanzkreisvertrages (BK6-14-044) bis zum 31.10.2014 aufgerufen.

Auf seiner Internetseite begründet die BNetzA die Notwendigkeit der Änderung des Bilanzkreisvertrages mit Fällen von Fahrplanmissbrauch in der Vergangenheit. In letzter Zeit sollen der Beschlusskammer mehrfach Fälle gemeldet worden sein, bei denen das untertägige Handeln einzelner Bilanzkreisverantwortlicher ein Risiko für den zuverlässigen Systembetrieb bedeuten könnte.
Schwerwiegende Neuheiten sind insbesondere die Streichung des Day-after-Handels sowie die Änderung der Kündigungsmodalitäten des Bilanzkreisvertrages.
Der Day-after-Handel wird insbesondere dazu genutzt, Bilanzkreise im Nachhinein auszugleichen. Unternehmen haben so die Möglichkeit, ihren Bilanzkreis am Ende des Tages, wenn das Tagesgeschäft erledigt ist, noch anzupassen. Auch für kleinere Unternehmen, die das Fahrplanmanagement aus Kostengründen über einen Dienstleister abwickeln, ist dies ein wichtiges Instrument. Durch die Ausgliederung entsteht automatisch ein zeitlicher Verzug, der allerdings unschädlich ist. Eine Auslagerung diverser Prozesse ist gerade für Unternehmen dieser Größenordnung notwendig, um ihr Geschäft effizient organisieren und die hohen Anforderungen in der Energiewirtschaft erfüllen zu können.

Die BNetzA möchte eine außerordentliche Kündigung bei Abweichungen von 20% bereits zulassen. Diese Toleranz ist sehr eng gefasst und kann z.B. schon durch den Ausfall einer Anlage bei einem Industrieunternehmen zustande kommen. Dieser Ausfall wird jedoch nicht unbedingt vom Stadtwerk bemerkt, um darauf schnell reagieren zu können.
Deshalb wird es - um die Anforderungen der BNetzA erfüllen zu können - ggf. darauf hinauslaufen, dass die Unternehmen einen 24/7 -Handel aufzubauen müssen. Schätzungen zufolge würden dafür jährliche Kosten von 500.000 Euro anfallen, was von kleineren und mittleren Unternehmen nicht mehr finanzierbar wäre.

Der VKU spricht sich daher vehement gegen eine Streichung des Day-after-Handels sowie gegen eine Verschärfung der Kündigungsmodalitäten aus und merkt an, dass diese Regelungen insbesondere für kleinere und mittlere Unternehmen von Nachteil sind und diese damit vom Markt verdrängt würden.

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