2. VKU-Fachkonferenz Energiedienstleistungen 2014 in Mannheim

Die Zeichen stehen gut - 2014 könnte das Jahr der Energieeffizienz werden. Laut Koalitionsvertrag soll die Energieeffizienz zur zweiten Säule der Energiewende ausgerufen werden.

Energiedienstleistungen innovatives Geschäftsfeld für Stadtwerke

Aber die Herausforderungen sind nicht gerade gering: Nach der EU-Energieeffizienzrichtlinie soll zum Beispiel die Energieeffizienz bis 2020 um 20 Prozent gesteigert werden. Das Energiekonzept 2010 der Bundesregierung gibt eine Senkung des Stromverbrauchs bis 2020 um zehn Prozent und bis 2050 um 25 Prozent (beides gegenüber 2008) vor. Die Sanierungsrate des gesamten Gebäudebestandes soll von derzeit ein auf zwei Prozent gesteigert werden.

Allerdings gewinnt das Thema Energiedienstleistung nicht nur aufgrund der europäischen und nationalen Zielsetzungen für kommunale Energieversorgungsunternehmen an Bedeutung. Wer als kommunaler Energieversorger in Zukunft wettbewerbsfähig bleiben möchte, muss sich zum Energiedienstleister entwickeln und Energiedienstleistungen als ein zusätzliches Geschäftsfeld definieren.

Unter dem Motto "Energieeffizienz- Herausforderungen und Chancen für Stadtwerke" veranstaltete der VKU daher am 20. und 21. Oktober 2014 die 2. VKU-Fachkonferenz "Energiedienstleistungen 2014" in Mannheim. Gemeinsam mit Experten von politischen Institutionen, Vertretern aus der Praxis sowie des VKU erörterten die Teilnehmer zunächst die Ziele und Inhalte des neu zu implementierenden Nationalen Aktionsplans Energieeffizienz. Dieser soll die Ziele, Akteure und Finanzierung wie eine Klammer umfassen. Zentrale Diskussionsthemen des Aktionsplans sind zum Beispiel die Einführung eines wettbewerblichen Ausschreibungsmodells, die Etablierung von Energieeffizienz-Netzwerken, die Information und Beratung für Energieverbraucher sowie innovative Finanzierungsinstrumente. Nach der Devise: "Aus der Praxis für die Praxis" wurde anhand von vielfältigen Praxisvorträgen aufgezeigt, wie kommunale Energieversorger das Geschäftsfeld Energiedienstleistungen weiter ausbauen und sich entsprechend den künftigen Anforderungen positionieren können. Schwerpunktthemen waren hierbei unter anderem Energiedienstleistungen für Gewerbekunden, Energieeffizienz in der Wohnungswirtschaft, Contracting-Produkte in der Praxis und Smart Home. Eine Podiumsdiskussion zum Thema "Energieeffizienz zwischen ambitionierten Zielen und unzureichenden Rahmenbindungen", unter anderem mit Vertretern des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie, des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks und der Energiewirtschaft, sowie drei Fachforen rundeten die Veranstaltung ab.