Integration von Flüchtlingen in Unternehmen - Ausbildung für Geflüchtete

Viele kommunale Unternehmen können sich durchaus die Beschäftigung von Flüchtlingen beispielsweise als Auszubildende vorstellen. Vor einer solchen Entscheidung stellen sich jedoch eine Vielzahl von Fragen beispielsweise bezüglich des Aufenthaltsstatus, der Finanzierung begleitender Sprachkurse und vieles mehr. Allerdings müssen sie oftmals viel Zeit aufwenden, um die notwendigen Informationen einzuholen. Daher informieren wir Sie hier über Anlaufstellen, hilfreiche Leitfäden und die wichtigsten Ansprechpartner.

Im Bereich der Ausbildung hat das Bundesentwicklungsministerium (BMZ) eine Qualifizierungsoffensive für Flüchtlinge in Deutschland aufgelegt, an der sich auch kommunale Unternehmen beteiligen können. Ziel des Programms ist es, Flüchtlingen in Deutschland eine (in der Regel duale) Berufsausbildung zu ermöglichen, damit sie sich nach der Rückkehr in ihre Heimat beim Wiederaufbau vor Ort engagieren können.

Für das Jahr 2016 hat das BMZ eine Fortsetzung und Öffnung des Programms auch für Industrie- und Handelskammern sowie Verbände der deutschen Wirtschaft beschlossen. Projektträger sind die jeweils vor Ort ansässigen Handwerkskammern (eher selten auch die Industrie- und Handelskammern), welche entsprechend den nachfolgenden Zielsetzungen Flüchtlinge für eine erfolgreiche Ausbildung vermitteln und begleiten wollen. Zielgruppe der Förderung sind ausschließlich Flüchtlinge aus den Krisenländern Afrikas und Asiens.

Als Mitglied einer Industrie- und Handelskammer und als anerkannter Ausbildungsbetrieb können sich die kommunalen Unternehmen, für den Fall, dass sie Interesse an der Ausbildung von oder Praktika für Flüchtlinge haben, an ihre IHK vor Ort wenden (selbst wenn die ansässige IHK nicht Teil der Qualifizierungsoffensive sein sollte). Denn heute hat in der Regel jede IHK einen Ansprechpartner, der für Fragen bzgl. Ausbildung und Praktika - auch zum Thema Flüchtlinge - zur Verfügung steht.

Im Herbst 2015 startete die Organisation der IHKs das Aktionsprogramm "Ankommen in Deutschland - Gemeinsam unterstützen wir Integration!". Bereits im Jahr 2016 haben die IHKs im Rahmen dieses Aktionsprogramms mit fast 800 Veranstaltungen deutschlandweit bislang mehr als 14.000 Unternehmen erreicht.

Seit März 2016 gibt es außerdem ein Netzwerk Unternehmen integrieren Flüchtlinge, über das sich Unternehmen mit und ohne Erfahrung vernetzen und austauschen können. Dieses Netzwerk ist ebenfalls eine Initiative des DIHK, gefördert durch das Bundeswirtschaftsministerium. Es bietet seinen Mitgliedern:

  • Informationen zu Rechtsfragen, Integrationsinitiativen und ehrenamtlichem Engagement
  • Praxis-Tipps zur Integration von Flüchtlingen in Ausbildung und Beschäftigung
  • Gute Beispiele, Erfahrungsaustausch und Kooperation.