BNetzA-Vorschläge zur Kostenwälzung im AgNes-Verfahren sind nicht praxistauglich. VKU mit einem eigenen Vorschlag
Die Bundesnetzagentur (BNetzA) hat im Rahmen des AgNes-Prozesses das Orientierungspapier „Kostenwälzung“ vorgelegt und darin grundlegende Anpassungen der zukünftigen Verteilung der Netzkosten zwischen den Netzebenen vorgeschlagen. Das anvisierte Ziel BNetzA ist es, Netzkosten stärker verursachungsgerecht auf Letztverbraucher zu verteilen und bestehende Mechanismen weiterzuentwickeln.
Aus Sicht des VKU ergeben sich für das in den Orientierungspunkten vorgeschlagene Modell allerdings zahlreiche Probleme in der praktischen Umsetzung. Die Komplexität des Ansatzes, die Vielzahl an Annahmen sowie die begrenzte Abbildbarkeit realer Netz- und Marktverhältnisse führen dazu, dass die intendierte verursachungsgerechte Kostenverteilung nicht erreicht wird. Stattdessen drohen neue Unsicherheiten, zusätzliche administrative Aufwände sowie widersprüchliche und verzerrende Effekte. Ein klarer Mehrwert gegenüber bestehenden Regelungen oder alternativen Ansätzen ist nach Auffassung des VKU nicht erkennbar.
Nachdem die Bundesnetzagentur bereits in den vorangegangenen Themenfeldern des AgNes-Prozesses Vorschläge vorgelegt hat, die durch eine hohe Komplexität und einen erheblichen Umsetzungsaufwand gekennzeichnet sind, setzt sich dieser Ansatz auch im vorliegenden Vorschlag zur Kostenwälzung fort. Daher hält es der VKU für zwingend erforderlich, dass die BNetzA ihre Vorschläge nicht allein auf konzeptioneller Ebene entwickelt, sondern diese durch eine transparente und belastbare quantitative Analyse unterlegt. Diese Berechnungen sollten nicht nur den Vorschlag zur Kostenwälzung umfassen, sondern das vorgeschlagene Gesamtsystem der Netzentgeltsystematik in seiner Wechselwirkung transparent modellieren und bewerten.
Der VKU hat sich in der Stellungnahme nicht auf eine reine Kritik des Ansatzes der Bundesnetzagentur beschränkt, sondern bringt einen eigenen Reformvorschlag zur Weiterentwicklung der Kostenwälzung ein.
Ziel ist eine Systematik, die auf klar messbaren Größen basiert und die realen Netzverhältnisse besser abbildet, ohne auf stark vereinfachte Strukturannahmen angewiesen zu sein.