VKU-DigiNetzWerk
Vertrauen in KI: Warum die nächsten Jahre für die Kommunalwirtschaft entscheidend sind
Künstliche Intelligenz ist längst kein Zukunftsthema mehr. Beim VKU-DigiNetzWerk diskutierten 150 Teilnehmende mit Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Praxis, wie kommunale Unternehmen KI verantwortungsvoll einsetzen und erfolgreich skalieren können. Die zentrale Botschaft: Wer jetzt startet, schafft die Grundlage für Wettbewerbsfähigkeit und Vertrauen von morgen.
03.07.26
Künstliche Intelligenz ist längst kein Zukunftsthema mehr. Beim VKU-DigiNetzWerk diskutierten 150 Teilnehmende mit Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Praxis, wie kommunale Unternehmen KI verantwortungsvoll einsetzen und erfolgreich skalieren können. Die zentrale Botschaft: Wer jetzt startet, schafft die Grundlage für Wettbewerbsfähigkeit und Vertrauen von morgen.
Von Haltung bis Umsetzung: KI jetzt strategisch angehen
Wie kann Künstliche Intelligenz in kommunalen Unternehmen erfolgreich eingeführt werden? Welche Voraussetzungen braucht der Weg von ersten Pilotprojekten hin zur breiten Anwendung? Und wie lässt sich dabei das notwendige Vertrauen schaffen? Diesen Fragen widmete sich das VKU-DigiNetzWerk unter dem Titel „Vertrauen in KI – Technologie trifft auf Verantwortung“ am 30. Juni 2026.
Aktuelle Entwicklungen und Forschungsergebnisse zeigen, dass die kommenden drei Jahre entscheidend dafür sein werden, welche Unternehmen die Potenziale von KI erfolgreich nutzen können. Dabei geht es nicht darum, sofort große Transformationsprojekte zu starten. Vielmehr kommt es darauf an, erste Erfahrungen zu sammeln, geeignete Anwendungsfälle zu identifizieren und die organisatorischen Voraussetzungen für eine erfolgreiche Skalierung zu schaffen.
Den Einstieg übernahm Clarissa Ahnert von PwC Deutschland. Sie stellte Erkenntnisse aktueller Studien zur Nutzung von KI in der Energiewirtschaft vor und zeigte auf, warum viele Unternehmen trotz zahlreicher Pilotprojekte noch vor der Herausforderung stehen, KI flächendeckend produktiv einzusetzen. Ihr Fazit: Erfolgreiche Unternehmen unterscheiden sich nicht durch die modernste Technologie, sondern durch ihre Fähigkeit, KI strategisch zu verankern.
Dafür braucht es vor allem eine tragfähige Datenstrategie, klar definierte und in Prozesse integrierte Use Cases, die Einbindung aller Unternehmensebenen sowie eine konsequente Ausrichtung auf Vertrauen und Akzeptanz. Ihre prägnante Schlussfolgerung brachte diesen Gedanken auf den Punkt: „Champions gewinnen mit Strategie, nicht mit Technik.“
Auf dieser Grundlage weitete Lajla Fetic vom appliedAI Institute for Europe den Blick auf die gesellschaftliche Dimension von Künstlicher Intelligenz. Sie machte deutlich, dass KI-Ethik längst kein Orchideenthema mehr ist. Nicht die Technologie selbst entscheide über ihren gesellschaftlichen Wert, sondern die Art und Weise, wie Menschen sie gestalten und einsetzen.
KI sei immer auch ein sozio-technisches System, das die Werte, Regeln und Prioritäten einer Organisation widerspiegele. Daraus ergibt sich die zentrale Frage: Wie wollen wir KI einsetzen? Kommunale Unternehmen tragen hierbei eine besondere Verantwortung. Sie genießen vor Ort großes Vertrauen und können einen wichtigen Beitrag dazu leisten, dass KI als Instrument für gesellschaftlichen Mehrwert wahrgenommen wird. Vertrauen werde damit zunehmend zu einem Wettbewerbs- und Standortvorteil.
Gleichzeitig wurde deutlich, dass Nichtstun keine Option ist. Die Technologie wird sich weiterentwickeln, wie schnell, ist offen. Umso wichtiger ist es, sich frühzeitig mit den Möglichkeiten und Auswirkungen von KI auseinanderzusetzen und aktiv Gestaltungsspielräume zu nutzen.
Wie dies in der kommunalen Praxis bereits gelingt, zeigte Dr. Philip Schmit von den Stadtwerken Trier. Anhand konkreter Beispiele aus der Energieregion Trier verdeutlichte er, wie KI-Lösungen bereits heute zur Flexibilisierung von Energiesystemen beitragen können. Insbesondere vor dem Hintergrund der Energiewende gewinnen intelligente Steuerungs- und Optimierungsansätze zunehmend an Bedeutung.
Einen praxisnahen Blick auf die konkrete Einführung von KI-Anwendungen lieferte anschließend Sabyan Mirakai von BSMART AI. Sein Beitrag zeigte, dass der erfolgreiche Einstieg häufig mit überschaubaren, klar abgegrenzten Anwendungsfällen beginnt. Gerade kleinere Use Cases schaffen schnelle Erfolge, fördern die Akzeptanz im Unternehmen und helfen dabei, Erfahrungen für die weitere Skalierung zu sammeln.
Ein weiterer wichtiger Aspekt der Diskussion war die Rolle des Change-Managements. KI-Einführung ist kein reines IT-Projekt und kein einmaliger Umsetzungsschritt. Vielmehr handelt es sich um einen kontinuierlichen Entwicklungsprozess, der Mitarbeitende, Führungskräfte und Organisationsstrukturen gleichermaßen betrifft. Wer KI erfolgreich etablieren möchte, muss daher Technologie, Prozesse und Menschen gleichermaßen in den Blick nehmen.
Das DigiNetzWerk machte erneut deutlich, dass die Frage schon lange nicht mehr lautet, ob Künstliche Intelligenz die Kommunalwirtschaft verändern wird. Entscheidend ist, ob Unternehmen die Transformation aktiv gestalten oder lediglich auf sie reagieren. Die besten Voraussetzungen schaffen diejenigen, die bereits heute beginnen, Kompetenzen aufzubauen, Vertrauen bei allen Beteiligten zu schaffen und KI Schritt für Schritt in ihre Prozesse zu integrieren.