BEHG Endgame
VKU fordert mehr Anstrengungen zur Eindämmung von Spekulation im BEHG 2027

Die Auktionen im BEHG 2026 sind beendet. Die letzte fand am 9. September 2026 statt. Seit dem Auktionsstart im Juli sanken die Zuteilungsquoten kontinuierlich und betrugen zuletzt nur noch zwei Prozent. Dieser Überbietungswettbewerb hat sehr viel Liquidität von den Stadtwerken gebunden. Viele müssen sich nun mit teureren Überschussmengen eindecken.

30.09.26

Ein Haufen Euro-Banknoten in verschiedenen Stückelungen, darunter 10 €, 20 € und 50 €, lose auf einem Tisch verteilt. Die Banknoten zeigen verschiedene Farben und Designs, sind teilweise übereinander gelegt und unscharf durch den Fokus auf den Hintergrund.

Der VKU unterstützt den Emissionshandel als zentrales Instrument des Klimaschutzes. Die bisherigen Auktionen im nationalen Emissionshandel 2026 haben jedoch zu erheblichen Problemen geführt: Ein intensiver Überbietungswettbewerb und niedrige Zuteilungsraten in den Auktionen erschweren insbesondere Stadtwerken die Beschaffung von Zertifikaten und treiben die Kosten für Verbraucherinnen und Verbraucher. Die Akzeptanz für den Emissionshandel nimmt dadurch insgesamt Schaden.

Durch die kontinuierlich gesunkene Zuteilungsquote, die in den letzten Auktionen bei rund zwei Prozent lag, mussten Bieter sehr viel Liquidität für kurzfristige Sicherheiten aufbringen. Wer auch nur ein Zertifikat im Wert von 65 Euro ersteigern wollte, musste bei einer Zuteilungsquote rein rechnerisch 3250 Euro an kurzfristigen Sicherheiten hinterlegen. Selbst kleine Stadtwerke müssen so mehrere Millionen Euro im Vorfeld jeder Auktion hinterlegen. 

 

Rückmeldungen von Beschaffungsdienstleistern nach der Auktionsphase zeigen, dass ihre Kunden im Durchschnitt weniger als die Hälfte des Bedarfs aus den Auktionen eindecken konnten – einige konnten sogar ihren Bedarf nur zu fünf Prozent über die Auktionen decken. Vielen bleibt jetzt nur noch die Möglichkeit, die Fehlmengen zu höheren Preisen am Sekundärmarkt einzudecken oder Überschussmengen zum Festpreis zu erwerben.   

 

Aktuell befindet sich der Gesetzesentwurf im parlamentarischen Verfahren. Neben der Verlängerung des Preiskorridors ist der Gesetzgeber erkennbar bemüht, spekulatives Bieterverhalten einzudämmen. Das begrüßt der VKU ausdrücklich. Die Anpassungen gehen aber nicht weit genug.

 

In unserem Positionspapier fordert der VKU, die rein spekulativen Interessen im Emissionshandel weiter einzudämmen. Dazu zählt, auf eine Erhöhung der Preise für Überschuss- und Nachkaufmengen zu verzichten und die zulässigen Gebotsmengen stärker an den historischen Bedarfen auszurichten. Das würde helfen, den Überbietungswettbewerb zulasten kleiner und mittlerer Stadtwerke, die nicht über üppige Liquiditätspolster verfügen, weiter zurückzudrängen.

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