Pressemitteilung

VKU-Hauptgeschäftsführerin Katherina Reiche zur Bekanntgabe der EEG-Umlage für 2019

Berlin, 15.10.2018. „Nachdem die EEG-Umlage in den vergangenen Jahren in der Regel angestiegen ist, scheint dieser Trend zunächst gestoppt zu sein. Es ist erfreulich, dass die Umlage für das nächste Jahr leicht sinkt und sich – wenn auch auf hohem Niveau – stabilisiert. Zur dieser Stabilisierung haben die Ausschreibungen für Erneuerbare-Energien-Projekte beigetragen. Sie haben zu mehr Wettbewerb und einem kosteneffizienteren Ausbau der Erneuerbaren geführt.

Diesen Weg müssen wir konsequent fortsetzen, um das 65-Prozent-Ziel erneuerbare Energien im Jahr 2030 kosteneffizient zu erreichen. Neben dem kontinuierlichen Ausbau muss die im Koalitionsvertrag vereinbarte Sonderausschreibung von 4.000 Megawatt zügig auf den Weg gebracht werden.

Die EEG-Umlage bildet aber nur einen Kostenblock der Energiewende ab. Wir stehen vor der Herausforderung, die volatilen erneuerbaren Energien in das System zu integrieren und zugleich eine weiterhin sichere Energieversorgung zu ermöglichen. Beim Ökostrom-Ausbau dürfen wir den Um- und Ausbau der kommunalen Stromnetze nicht vergessen. Was nützt ein Windrad, wenn es kein Netz gibt, das seinen Strom zum Kunden bringt? Die Kosten dafür machten sich in den letzten Jahren in einer Steigerung der Netzentgelte vor allem durch die Übertragungsnetzbetreiber bemerkbar.

Insbesondere weil der Ausbau der Stromautobahnen in Deutschland nur schleppend vorankommt, dort weitere Staus und damit unnötige Kosten für die Stromkunden drohen, sollte der Blick auf die Stromverteilnetze, den Strom-Landstraßen, -Kreisstraßen und -Gemeindestraßen, gerichtet werden. Schon heute ist es hier mit dem Einsatz von Informationstechnologien möglich, die „verstopften“ Stromautobahnen zu entlasten. Eine intelligente Infrastruktur sorgt dafür, dass Stromerzeugung und -verbrauch schon vor Ort optimal aufeinander abgestimmt werden können. Und die Verteilnetze können zukünftig einen steigenden Anteil des erneuerbaren Stroms in größeren Regionen bereits vor Ort verteilen oder dezentral, beispielsweise in Wärmenetzen, speichern.

Zentral sind intelligente Verteilnetze auch für den Erfolg der E-Mobilität. Mit der Elektrifizierung des Verkehrs muss der Strom so gesteuert werden, dass E-Autos in ganz Deutschland zu jeder Zeit aufgetankt werden können. Mit der nächsten E-Auto-Generation wird der Strombedarf des Verkehrs in den kommenden Jahrzehnten stark ansteigen. Dafür werden die Verteilnetze als neues Tankstellennetz gebraucht.

Die Maßnahmen von Verteilnetzbetreibern, um ihre Netze optimal auszulasten und die Übertragungsnetze zu entlasten, müssen in der politischen Diskussion stärker in den Mittelpunkt treten sowie rechtlich und regulatorisch anerkannt werden. Jeder Stromnetzbetreiber ist für die Steuerung seiner Netzebene verantwortlich und leistet seinen Beitrag zur Netzstabilität und Versorgungssicherheit.

Mit Blick auf die Netzentgelte fordert der VKU, sie viel stärker an der eigentlichen Kostenstruktur der Netze auszurichten. Netzkosten sind weitestgehend nicht von der durchgeleiteten Energiemenge abhängig, sondern vor allem von der zu Grunde liegenden Dimensionierung. Netzentgelte sollten deshalb künftig weitestgehend unabhängig von der entnommenen Energiemenge gebildet werden.“

Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) vertritt rund 1.460 kommunalwirtschaftliche Unternehmen in den Bereichen Energie, Wasser/Abwasser, Abfallwirtschaft sowie Telekommunikation. Mit mehr als 260.000 Beschäftigten wurden 2016 Umsatzerlöse von knapp 114 Milliarden Euro erwirtschaftet und rund 10 Milliarden Euro investiert. Die VKU-Mitgliedsunternehmen haben im Endkundensegment große Marktanteile in zentralen Versorgungsbereichen (Strom 60 Prozent, Erdgas 65 Prozent, Trinkwasser 88 Prozent, Wärmeversorgung 72 Prozent, Abwasserentsorgung 43 Prozent). Sie entsorgen jeden Tag 31.500 Tonnen Abfall und tragen entscheidend dazu bei, dass Deutschland mit 66 Prozent die höchste Recyclingquote in der Europäischen Union hat. Die kommunalen Unternehmen versorgen zudem mehr als sechs Millionen Kunden mit Breitbandinfrastrukturen. Sie investieren in den kommenden Jahren mehr als eine Milliarde Euro in digitale Infrastrukturen von Glasfaser bis Long Range Wide Area Networks (LoRaWAN) in den Kommunen und legen damit die Grundlagen für die Gigabitgesellschaft.