Richtige Weichenstellung des Bundeskartellamts: VKU begrüßt die Ankündigung, die Fusion von Remondis und DSD nach dem bisherigen Kenntnisstand zu untersagen

Das Bundeskartellamt plant, das Fusionsvorhaben der beiden Entsorgungsunternehmen Remondis und DSD zu untersagen. Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) begrüßt dies.

VKU-Vizepräsident Patrick Hasenkamp:

„Die beabsichtigte Untersagung bestätigt unsere gravierenden Bedenken. Wir sind sehr erfreut, dass die obersten Kartellwächter der Republik eine so klare Weichenstellung ankündigen. Die beabsichtigte Fusion würde den Wettbewerb in der Abfallwirtschaft massiv beeinträchtigen und höhere Preise für Bürgerinnen und Bürger wären wahrscheinlich die Folge. Wir gehen davon aus, dass die beteiligten Unternehmen die erheblichen Bedenken auch nicht werden ausräumen können.“

„Die Konzentration auf dem Entsorgungsmarkt sehen wir schon seit geraumer Zeit kritisch. In den vergangenen Jahren hat Remondis viele kleine und mittelständische Entsorger aufgekauft. Der Wettbewerb ist in einigen Regionen zum Erliegen gekommen. Die Folge: eine Marktkonzentration, die sowohl die Branche als auch mittelbar Bürgerinnen und Bürger belastet. Die kommunale Abfallwirtschaft dagegen steht für unternehmerische Vielfalt. Die meisten Betriebe sind klein- und mittelständisch organisiert.“

Weiteres Vorgehen:

Remondis und DSD können binnen zwei Wochen Stellung zu dem Entscheidungsentwurf des Bundeskartellamtes nehmen.

Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) vertritt rund 1.460 kommunalwirtschaftliche Unternehmen in den Bereichen Energie, Wasser/Abwasser, Abfallwirtschaft sowie Telekommunikation. Mit mehr als 260.000 Beschäftigten wurden 2016 Umsatzerlöse von knapp 114 Milliarden Euro erwirtschaftet und rund 10 Milliarden Euro investiert. Die VKU-Mitgliedsunternehmen haben im Endkundensegment große Marktanteile in zentralen Versorgungsbereichen (Strom 60 Prozent, Erdgas 65 Prozent, Trinkwasser 88 Prozent, Wärmeversorgung 72 Prozent, Abwasserentsorgung 43 Prozent). Sie entsorgen jeden Tag 31.500 Tonnen Abfall und tragen entscheidend dazu bei, dass Deutschland mit 66 Prozent die höchste Recyclingquote in der Europäischen Union hat. Die kommunalen Unternehmen versorgen zudem mehr als sechs Millionen Kunden mit Breitbandinfrastrukturen. Sie investieren in den kommenden Jahren mehr als eine Milliarde Euro in digitale Infrastrukturen von Glasfaser bis Long Range Wide Area Networks (LoRaWAN) in den Kommunen und legen damit die Grundlagen für die Gigabitgesellschaft.