Halbierung der Restmüllmengen in Deutschland eine Erfolgsgeschichte

Berlin, 28. Juli 2020

Das Bundesumweltministerium hat heute Daten zur getrennten Sammlung des Hausmülls in Deutschland herausgegeben. Dazu der Verband kommunaler Unternehmen:

Dass sich die Restmüllmengen in Deutschland seit 1985 fast halbiert haben, ist eine echte Erfolgsgeschichte. Möglich wurde das vor allem durch das Engagement der kommunalen Abfallwirtschaft, die die Getrenntsammlung seit Jahrzehnten ausbaut und bei den Bürgerinnen und Bürgern beständig für Abfalltrennung wirbt.

Die Studie macht auch deutlich: Potenzial gibt es unter anderem noch bei der Bioabfallsammlung, trotz intensiver Öffentlichkeitsarbeit der Kommunen wie etwa der Kampagne „Wir für Bio“. Dabei lohnt es sich, Bioabfälle zu trennen! Bürgerinnen und Bürger, die dies gewissenhaft tun, leisten einen Beitrag zum Klimaschutz. Aus der Bioabfallverwertung entsteht wertvoller Humus, eine klimafreundliche Alternative zum Torf. In Biogasanlagen entsteht zudem Biogas, das vielfältig eingesetzt werden kann. Entscheidend für die Verwertung ist jedoch die Qualität: Leider landen noch immer zu viele Fremdstoffe wie Plastikabfälle in der Biotonne und machen so die weitere Verwertung schwer bis unmöglich.

Gleichzeitig hat auch die Restmüllentsorgung eine wichtige Funktion, denn nicht jeder Abfall kann stofflich verwertet werden – entweder weil sich die Abfälle sinnvoll nicht ökologisch recyceln lassen oder aus hygienischen Gründen. Das hat uns die Corona-Pandemie wieder deutlich vor Augen geführt. Auch diese Abfälle werden ökologisch effizient verwertet: Die bestehenden thermischen Siedlungsabfallbehandlungsanlagen nutzen die bei der Verbrennung freiwerdende Abwärme zur Erzeugung von Energie als Strom, Prozessdampf oder Fernwärme, meist sogar in der besonders energieeffizienten Kraft-Wärme-Kopplung. So konnten im Jahr 2018 allein über 10 Millionen Megawattstunden an Strom produziert werden.

Hintergründe zur Bioabfalltrennung finden sich hier.

Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) vertritt rund 1.500 Stadtwerke und kommunalwirtschaftliche Unternehmen in den Bereichen Energie, Wasser/Abwasser, Abfallwirtschaft sowie Telekommunikation. Mit mehr als 275.000 Beschäftigten wurden 2018 Umsatzerlöse von rund 119 Milliarden Euro erwirtschaftet und mehr als 12 Milliarden Euro investiert. Im Endkundensegment haben die VKU-Mitgliedsunternehmen große Marktanteile in zentralen Ver- und Entsorgungsbereichen: Strom 62 Prozent, Erdgas 67 Prozent, Trinkwasser 90 Prozent, Wärme 74 Prozent, Abwasser 44 Prozent. Sie entsorgen jeden Tag 31.500 Tonnen Abfall und tragen durch getrennte Sammlung entscheidend dazu bei, dass Deutschland mit 67 Prozent die höchste Recyclingquote in der Europäischen Union hat. Immer mehr kommunale Unternehmen engagieren sich im Breitbandausbau. 190 Unternehmen investieren pro Jahr über 450 Mio. EUR. Sie steigern jährlich ihre Investitionen um rund 30 Prozent. Beim Breitbandausbau setzen 93 Prozent der Unternehmen auf Glasfaser bis mindestens ins Gebäude.