Das Bundesumweltministerium (BMUKN) hat gemeinsam mit der Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG) das neue Niedrigwasserinformationssystem (NIWIS) offiziell freigeschaltet. Die Online-Plattform soll einen bundesweit einheitlichen Überblick über die aktuelle Niedrigwassersituation in Flüssen, im Grundwasser und in Böden ermöglichen. Mit NIWIS werden erstmals Daten aus Bund und Ländern zusammengeführt und tagesaktuell in einer einheitlichen Methodik dargestellt. Damit sollen Behörden, Kommunen, Wasserwirtschaft, Unternehmen sowie die Öffentlichkeit die Auswirkungen von Niedrigwasser besser einschätzen und geeignete Vorsorge- und Anpassungsmaßnahmen entwickeln können.
Zu den zentralen Funktionen von NIWIS gehören laut BfG:
- zentrale Datenplattform für hydrologische Messdaten und Kenngrößen,
- einheitliche Bewertung der Niedrigwasserlage von „normal“ bis „extrem niedrig“,
- interaktive Karten- und Diagrammdarstellungen,
- Hintergrundinformationen und fachliche Erläuterungen sowie
- eine offene Programmierschnittstelle (API) für weitergehende Analysen durch Behörden, Unternehmen und Wissenschaft.
NIWIS wurde auf Initiative des BMUKN von der BfG gemeinsam mit Bundes- und Landesbehörden im Rahmen einer Arbeitsgruppe der Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft Wasser (LAWA) entwickelt. Grundlage sind Messdaten der Länder, der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes sowie des Deutschen Wetterdienstes (DWD). Künftig sollen weitere Messstellen und zusätzliche Parameter, etwa zu Seen und Speichern, integriert werden.
Der VKU begrüßt das Ziel, Niedrigwassersituationen durch eine verbesserte Datengrundlage transparenter und bundesweit besser vergleichbar zu machen. Eine belastbare Datenbasis ist entscheidend, um hydrologische Entwicklungen fachlich fundiert einzuordnen. Nach Einschätzung des VKU bieten die derzeit verfügbaren Daten jedoch aufgrund ihrer begrenzten räumlichen und zeitlichen Auflösung bislang nur einen groben Überblick. Belastbare Aussagen zu Auswirkungen auf die öffentliche Wasserversorgung oder wasserrechtliche Bewertungen lassen sich daraus derzeit nicht ableiten.
Im Zusammenhang mit den aktuellen Diskussionen zu Niedrigwasser fordert der VKU auch eine bessere Regulierung und Überwachung aller Wasserentnahmen einschließlich privater Entnahmen und hat sich entsprechend gegenüber der Presse geäußert: