Neue PSA-Verordnung (EU) 2016/425 in Kraft

Die neue PSA-Verordnung (EU) 2016/425 ersetzt zum 21. April 2018 die bisherige Richtlinie 89/686/EGW. Ab diesem Zeitpunkt wird nur noch nach der neuen Verordnung zertifiziert – Produkte, die noch der „alten“ EWG-Richtlinie entsprechen, dürfen aber noch bis März 2019 in Verkehr gebracht werden.

Die Richtlinie 89/686/EWG wurde 1989 vom Europäischen Rat angenommen und ist seither weitgehend unverändert geblieben. Nach mehr als 20 Jahren, musste sie aktualisiert werden, um die aktuellen Technologien und Verfahren zum Inverkehrbringen von PSA zu berücksichtigen. Die neue Verordnung richtet sich in erster Linie an die Hersteller von Persönlichen Schutzausrüstungen.

Die wichtigsten Neuerungen aus Sicht des Arbeitsschutzes im Überblick: 

  • Produkte wie Gehörschutz oder Rettungswesten fallen künftig - neu - unter die Kategorie III. Damit unterliegen sie einer Produktionskontrolle durch eine notifizierte Stelle. Für Schutzausrüstung der Kategorie III gilt in Deutschland die Pflicht zu einer praktischen Unterweisung der Beschäftigten. Hierfür ist es notwendig Unterweisungen entsprechend anzupassen.
  • Hersteller müssen künftig die so genannte Konformitätserklärung jedem einzelnen Produkt beifügen oder zumindest einen Link, wo diese erhalten werden kann. Die Erklärung bestätigt, dass das Produkt den Anforderungen der Verordnung entspricht. Bislang reichte es aus, die Konformitätserklärung "auf Verlangen" vorlegen zu können.
  • Der Geltungsbereich der Verordnung ist umfassender als zuvor. Sie nimmt künftig alle Wirtschaftsakteure in die Pflicht. Mussten bislang nur die Hersteller prüfen, ob ihre PSA-Produkte den Sicherheitsanforderungen entsprechen, werden künftig auch Händler und Importeure in die Verantwortung genommen. Sie müssen sich bei den gehandelten Produkten vergewissern, dass sie geprüft wurden und über eine entsprechende Bescheinigung verfügen.
  • Bislang galten EU-Baumusterprüfungen unbegrenzt. Gemäß der neuen Verordnung werden sie nur noch für längstens fünf Jahre ausgestellt. Damit ist der Hersteller gezwungen, sein Produkt nach spätestens fünf Jahren genau zu prüfen und entweder der Zertifizierungsstelle zu bestätigen, dass sich nichts geändert hat oder aber etwaige Änderungen durch diese Stelle unabhängig prüfen zu lassen.