EEG und Netzpaket
VKU-Ersteinschätzung zum Start der Verbändeanhörung

Die Bundesregierung hat die Verbändeanhörung für das Erneuerbaren-Energien-Gesetz (EEG 2027) und das Netzpaket gestartet. Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) begrüßt wichtige Fortschritte bei der Verzahnung von Erneuerbaren-Ausbau und Netzausbau, sieht aber Nachbesserungsbedarf.

20.07.26

Berlin, 20.07.2026. Die Bundesregierung hat die Verbändeanhörung für das Erneuerbaren-Energien-Gesetz (EEG 2027) und das Netzpaket gestartet. Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) begrüßt wichtige Fortschritte bei der Verzahnung von Erneuerbaren-Ausbau und Netzausbau, sieht aber Nachbesserungsbedarf.

VKU-Hauptgeschäftsführer Ingbert Liebing in einer Ersteinschätzung:
„Es ist gut, dass die Koalition endlich einen Kompromiss gefunden hat. EEG und Netzpaket müssen gemeinsam gedacht werden. Die kommunalen Unternehmen warten seit Langem auf diese Weichenstellungen.

Mit dem Referentenentwurf zum EEG 2027 soll endlich Klarheit über die Förderbedingungen für den weiteren EE-Ausbau geschaffen werden. Der VKU begrüßt dies ausdrücklich und sieht den weiteren Ausbau als zentral an. Es ist richtig, insbesondere den Ausbau der Solarenergie stärker an den Anforderungen des Stromsystems und der Netze auszurichten. Wo sich Anlagen am Markt tragen, wie bei kleineren PV-Dachanlagen, braucht es keine dauerhafte Förderung. In diesem Punkt werben wir weiter für noch mehr Kosteneffizienz. Ein erster Schritt ist gemacht, insgesamt sollte die Bundesregierung hier konsequenter sein. Die vorgesehene Pachthöhenbegrenzung für Windenergie an Land begrüßen wir in diesem Zusammenhang außerordentlich.

Solaranlagen, Windkraft und Speicher gehören zusammen. Deshalb ist es richtig, ihren gemeinsamen Ausbau zu erleichtern. Sogenannte Co-Location-Speicher helfen, Netzengpässe zu vermeiden und erneuerbaren Strom dann bereitzustellen, wenn er gebraucht wird.

Beim Redispatch-Vorbehalt im parallel vorgelegten Netzpaket-Entwurf hat die Koalition einen tragfähigen Kompromiss gefunden und der VKU-Forderung einer technologiespezifischen Betrachtung zielführenderweise entsprochen. Netzbetreiber erhalten mehr Möglichkeiten, den Ausbau neuer Anlagen mit den tatsächlichen Netzkapazitäten in Einklang zu bringen. Sie können kapazitätslimitierte Netzgebiete ausweisen, die für neue EE-Projekte unattraktiver werden. Gleichzeitig hat das BMWE im Vergleich zum alten Vorschlag nachgeschärft und die Kriterien für kapazitätslimitierte Netzgebiete sowie die Vergütung von abgeregelten EE-Anlagen angepasst.

Darüber hinaus sollen neue EE-Anlagen eine reduzierte Anschlussleistung erhalten. Dies schafft Anreize für systemdienliche Anlagen, die Kombination mit Batteriespeichern und wird die Netzausbaukosten substanziell absenken.

Fazit: EEG- und Netzpaket-Entwürfe gehen in die richtige Richtung. Energiewende, Versorgungssicherheit und Bezahlbarkeit müssen künftig stärker zusammengedacht werden. Beim Netzanschluss ist mehr Steuerung überfällig. Der Netzausbau darf nicht länger dem Ausbau der Erzeugung hinterherlaufen. Deshalb ist das angekündigte Beschleunigungsgesetz für den Verteilnetzausbau auch so wichtig.

Wiederholt verfehlt die Bundesregierung jedoch ihren eigenen Anspruch für einen Praxischeck: Für grundlegende Gesetzentwürfe mit mehreren hundert Seitensind drei Werktage Anhörungsfrist, nachdem sich die Bundesregierung über Monate nicht einigen konnte und das Parlament ohnehin nicht tagt, nicht akzeptabel. Wer gute Gesetze will, muss den Betroffenen ausreichend Zeit zur Prüfung geben.“

Weitere Informationen:

EEG:
VKU fordert Neustart für die Energiewende und stellt Handlungsvorschläge zur Diskussion
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Netzanschlusspaket:
Netzentgeltreform: VKU begrüßt Baukostenzuschüsse – Kritik an Einspeisenetzentgelt
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Der Verband kommunaler Unternehmen e. V. (VKU) vertritt über 1.600 Stadtwerke und kommunalwirtschaftliche Unternehmen in den Bereichen Energie, Wasser/Abwasser, Abfallwirtschaft sowie Telekommunikation. Mit rund 319.000 Beschäftigten wurden 2023 Umsatzerlöse von über 213 Milliarden Euro erwirtschaftet und mehr als 19 Milliarden Euro investiert. Im Endkundensegment haben die VKU-Mitgliedsunternehmen signifikante Marktanteile in zentralen Ver- und Entsorgungsbereichen: Strom 66 Prozent, Gas 65 Prozent, Wärme 72 Prozent, Trinkwasser 88 Prozent, Abwasser 50 Prozent. Die kommunale Abfallwirtschaft hat seit 1990 rund 90 Prozent ihrer CO2-Emissionen eingespart – damit ist sie der Hidden Champion des Klimaschutzes. Immer mehr Mitgliedsunternehmen engagieren sich im Breitbandausbau und investieren pro Jahr über 1 Milliarde Euro. Zahlen Daten Fakten 2025

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