Pressemitteilung

VKU zur neuen EEG-Umlage

Berlin, 14.10.2016. Die Betreiber der deutschen Übertragungsnetze haben heute bekannt gegeben, dass die Umlage nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG-Umlage) ab dem 1. Januar 2017 von 6,35 auf 6,88 Cent pro Kilowattstunde (kWh) steigt. Dazu Katherina Reiche, Hauptgeschäftsführerin des Verbandes kommunaler Unternehmen (VKU): „Die Kosten für die Umsetzung der Energiewende machen sich nicht mehr nur in der gestiegenen EEG-Umlage bemerkbar, sondern immer stärker durch die Steigerung der Netzentgelte.“

Der Stromnetzaus- und -umbau der Übertragungsnetze, vor allem aber auch der bisher nicht stattgefundene Netzausbau, verursacht Ausgaben, die direkt auf die Energiewende zurückzuführen sind. Durch weitere Steuern und Umlagen und insbesondere die Entgelte der Übertragungsnetzbetreiber, werden die Strompreise noch zusätzlich belastet.

Weitere Kosten entstehen vor allem auch durch die Abregelung von Kraftwerken aufgrund fehlenden Netzausbaus auf der Übertragungsnetzebene. Fehlen die Transportkapazitäten, müssen Erneuerbare-Energien-Anlagen abgeregelt werden, was kostspielige Entschädigungszahlungen nach sich zieht. Gleichzeitig müssen jenseits des Engpasses Kraftwerke hochgefahren werden, was wiederum Kosten verursacht. Diese Eingriffe sind in den letzten Jahren deutlich gestiegen, weil der Ausbau der großen Stromtrassen durch die Übertragungsnetzbetreiber nicht vorangekommen ist. Dazu hängt der Anschluss vieler Offshore-Windparks. Allein durch diese Eingriffe in die Netze müssen rund eine Milliarde Euro im Jahr auf die Verbraucher umgelegt werden – Tendenz steigend.
    
Abhilfe kann hier nur ein intelligenter Netzausbau und der bessere lokale Ausgleich von Stromerzeugung und -verbrauch schaffen. Reiche: „Um das Tempo der Energiewende hoch zu halten und die finanziellen Aufwendungen zu begrenzen, brauchen wir eine leistungsfähige Infrastruktur vor Ort. Systemsicherheit und -stabilität werden auf Grund des Ausbaus der erneuerbaren Energien stärker eine lokale und regionale Aufgabe werden. Wir plädieren deshalb für einen zellularen Ansatz, in dem Strom, soweit möglich, lokal und regional erzeugt, gespeichert und verbraucht wird.“

Redaktioneller Hinweis:

Mittlerweile sind rund 80 Prozent des Strompreises nicht mehr vom Energieversorger selber beeinflussbar, sondern staatlich vorgegeben.
Ausführliche Informationen zur Zusammensetzung des Strompreises in Deutschland stehen unter www.vku.de/strompreise bereit.

Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) vertritt rund 1.460 kommunalwirtschaftliche Unternehmen in den Bereichen Energie, Wasser/Abwasser, Abfallwirtschaft sowie Telekommunikation. Mit über 262.000 Beschäftigten wurden 2015 Umsatzerlöse von mehr als 115 Milliarden Euro erwirtschaftet und rund 11 Milliarden Euro investiert. Die VKU-Mitgliedsunternehmen haben im Endkundensegment große Marktanteile in zentralen Versorgungsbereichen (Strom 60 Prozent, Erdgas 65 Prozent, Trinkwasser 87 Prozent, Wärmeversorgung 69 Prozent, Abwasserentsorgung 42 Prozent). Sie entsorgen jeden Tag 31.500 Tonnen Abfall und tragen entscheidend dazu bei, dass Deutschland mit 66 Prozent die höchste Recyclingquote in der Europäischen Union hat. Die kommunalen Unternehmen versorgen 5,7 Millionen Kunden mit Breitband. Bis 2018 planen sie Investitionen von rund 1,7 Milliarden Euro, um dann insgesamt 6,3 Millionen Menschen an schnelles Internet anschließen zu können.