Diskussion um Windenergieausbau - Stadtwerke und kommunale Energieversorger machen Vorschläge Damit der Windenergie in Hessen nicht die Puste ausgeht

Wiesbaden, 16. August 2019. Aktuell wird der Stillstand beim Windenergieausbau in Hessen intensiv thematisiert und diskutiert. „Der Windenergieausbau ist der wichtigste Eckpfeiler für den Ausbau von erneuerbaren Energien und für eine dezentrale Energiewende in Hessen. Klimaneutralität bis 2050 kann in Hessen nur mit Hilfe von Windenergie gelingen. Die aktuellen Genehmigungszahlen sprechen allerdings eine andere Sprache. 2019 wurde erst eine Windenergieanlage genehmigt, in Betrieb genommen sogar noch keine einzige. Diese Stagnation müssen wir überwinden“, sagt Ralf Schodlok, Vorsitzender der hessischen Landesgruppe des Verbandes kommunaler Unternehmen (VKU).

Die VKU-Landesgruppe Hessen, die die Stadtwerke und kommunalen Energieversorger vertritt, hat daher Positionen und Forderungen erarbeitet, wie der Windenergieausbau vorangebracht werden kann.

Ralf Schodlok zu den wichtigsten Vorschlägen der VKU-Landesgruppe, um die Rahmenbedingungen des Windenergieausbaus in Hessen zu verbessern:

Bau von Windenergieanlagen auf zwei Prozent der Landesfläche sicherstellen
„Wir schlagen erstens ein jährliches Monitoring der zur Verfügung stehenden Ausbauflächen vor. Es muss allen Beteiligten klar sein, auf welchen Flächen tatsächlich Windenergieanlagen gebaut werden können, um das zwei Prozent Ziel sicher zu erreichen. Pläne, die nichts mit der Realität zu tun haben, bringen uns nicht weiter.“

Genehmigungsverfahren verkürzen und Bestandskraft erhöhen
„Zweitens muss sich die Landesregierung mit den Genehmigungsverfahren beschäftigen. Es kann nicht sein, dass sich Verfahren über Jahre hinziehen. Dadurch können Investitionen in Hessen nicht getätigt werden. Dafür brauchen wir mehr Fachpersonal für die zuständigen Stellen und klare Regeln für den Arten- und Denkmalschutz.“

Akzeptanz der Bevölkerung für Windenergie sichern – Bei Vergabe landeseigener Flächen Konzeptwettbewerb statt Preiswettbewerb durchführen
„Drittens funktionieren Windenergieprojekte nur dann, wenn die Menschen vor Ort sie unterstützen. Die Einbeziehung hessischer Bürgerinnen und Bürger sowie ein hoher Anteil regionaler Wertschöpfung sind dafür zentral. Wir schlagen daher vor, bei der Vergabe landeseigener Flächen einen Konzeptwettbewerb zu initiieren. Nicht die Höhe des Pachtangebots, sondern qualitative Kriterien wie Bürgerbeteiligung und regionale Wertschöpfung sollten dabei im Vordergrund stehen.“

In Hessen sind 150 kommunale Unternehmen im VKU organisiert. Die VKU-Mitgliedsunternehmen in Hessen leisten jährlich Investitionen in Höhe von über 800 Millionen Euro, erwirtschaften einen Umsatz von knapp 14 Milliarden Euro und sind wichtiger Arbeitgeber für fast 23.000 Beschäftigte.