Offshore-Ausschreibungen
WindSeeG-Novelle: VKU fordert mehr Augenmaß beim Offshore-Ausbau

Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) fordert, die Offshore-Ausschreibungen stärker auf Wettbewerb und Akteursvielfalt auszurichten sowie eine kosteneffiziente Integration der Windparks in den Blick zu nehmen.

17.08.26

Berlin, 17.08.2026. Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) fordert, die Offshore-Ausschreibungen stärker auf Wettbewerb und Akteursvielfalt auszurichten sowie eine kosteneffiziente Integration der Windparks in den Blick zu nehmen.

Anlässlich des Endes der Stellungnahmefrist zur Novelle des Windenergie-auf-See-Gesetzes (WindSeeG) sagt VKU-Hauptgeschäftsführer Ingbert Liebing: „Wir wollen mehr Offshore-Windenergie, in der sich auch kommunale Unternehmen sowohl auf der Erzeuger- als auch auf der Abnehmerseite engagieren. Außerdem müssen wir den Ausbau so planen, dass er am Ende auch volkswirtschaftlich sinnvoll ist.“ 

Mit der Verdichtung der Windparks steigt der Abschattungseffekt und die Stromerträge sinken. Der VKU plädiert deshalb für eine Senkung des Ausbauziels in deutschen Gewässern von 70 auf rund 50 Gigawatt und unterstützt in diesem Zusammenhang die von der Bundesregierung vorgesehene Öffnung für Projekte in Hoheitsgewässern unserer europäischen Partnerländer. 

Entscheidend sei nicht die installierte Leistung, sondern die tatsächliche realisierte Stromerzeugung je Windrad (sog. Vollbenutzungsstunden) sowie die Integration des Offshore-Stroms ins Energiesystem im Zusammenspiel mit Netzen, Speichern und Flexibilitäten, so Liebing: „Jeder Euro, den wir für teure Offshore-Netze ausgeben, muss sich am Ende im Energiesystem rechnen. Deshalb brauchen wir einen Ausbau mit Augenmaß und größtmögliche Systemoptimierung. Das Bundeswirtschaftsministerium schlägt hier die richtige Richtung ein.“

Der VKU fordert außerdem Änderungen bei den Ausschreibungen: In den vergangenen Jahren seien viele Zuschläge auf wenige große Anbieter entfallen. Deshalb sollten Ausschreibungsflächen kleiner zugeschnitten und auf höchstens ein Gigawatt Netzanschlusskapazität begrenzt werden. Zudem sollte ein Bieter pro Jahr nur eine Fläche erhalten. „Offshore-Wind darf kein Markt für wenige große Anbieter sein. Mehr Wettbewerb senkt Risiken und erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass Projekte tatsächlich umgesetzt werden“, so Liebing. Die aktuelle Novelle greife bei diesen Punkten noch nicht weit genug.

Positiv bewertet der VKU das geplante zweistufige Zuschlagsverfahren sowie die bessere Auslastung bestehender Netzanschlüsse durch eine stärkere Überbauung von Offshore-Flächen. Überbauung, Speicher und Flexibilitäten sollten dabei gemeinsam betrachtet werden.

Weitere Informationen:
VKU-Stellungnahme zum Referentenentwurf des Gesetzes zur Optimierung und Absicherung des Ausbaus der Windenergie auf See ("WindSeeG-Novelle 2026") des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie vom 10.08.2026 

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Der Verband kommunaler Unternehmen e. V. (VKU) vertritt über 1.600 Stadtwerke und kommunalwirtschaftliche Unternehmen in den Bereichen Energie, Wasser/Abwasser, Abfallwirtschaft sowie Telekommunikation. Mit rund 319.000 Beschäftigten wurden 2023 Umsatzerlöse von über 213 Milliarden Euro erwirtschaftet und mehr als 19 Milliarden Euro investiert. Im Endkundensegment haben die VKU-Mitgliedsunternehmen signifikante Marktanteile in zentralen Ver- und Entsorgungsbereichen: Strom 66 Prozent, Gas 65 Prozent, Wärme 72 Prozent, Trinkwasser 88 Prozent, Abwasser 50 Prozent. Die kommunale Abfallwirtschaft hat seit 1990 rund 90 Prozent ihrer CO2-Emissionen eingespart – damit ist sie der Hidden Champion des Klimaschutzes. Immer mehr Mitgliedsunternehmen engagieren sich im Breitbandausbau und investieren pro Jahr über 1 Milliarde Euro. Zahlen Daten Fakten 2025

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