Offshore-Windenergie
WindSeeG-Novelle beschlossen: VKU begrüßt Fortschritte und fordert mehr Augenmaß beim Offshore-Ausbau
Das Bundeskabinett hat am Mittwoch den Entwurf zur Reform des Windenergie-auf-See-Gesetzes (WindSeeG) beschlossen. Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) begrüßt wichtige Verbesserungen beim Ausbau der Offshore-Windenergie, übt aber auch Kritik.
02.09.26
Das Bundeskabinett hat am Mittwoch den Entwurf zur Reform des Windenergie-auf-See-Gesetzes (WindSeeG) beschlossen. Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) begrüßt wichtige Verbesserungen beim Ausbau der Offshore-Windenergie, übt aber auch Kritik.
Berlin, 02.09.2026. Das Bundeskabinett hat am Mittwoch den Entwurf zur Reform des Windenergie-auf-See-Gesetzes (WindSeeG) beschlossen. Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) begrüßt wichtige Verbesserungen beim Ausbau der Offshore-Windenergie. Kritisch bewertet der Verband jedoch die weiterhin geplante Größe der Ausschreibungsflächen.
VKU-Hauptgeschäftsführer Ingbert Liebing: „Wir wollen mehr Offshore-Windenergie. Kommunale Unternehmen engagieren sich bereits als Erzeuger und Abnehmer von grünem Offshore-Strom. Gleichzeitig müssen wir den Ausbau so gestalten, dass er volkswirtschaftlich sinnvoll bleibt.“
Positiv bewertet der VKU insbesondere die vorgesehene stärkere Überbauung von Offshore-Leistung im Verhältnis zu den Netzanschlüssen. Dadurch sollen die sehr teuren Stromleitungen zur Anbindung der Windparks besser ausgelastet und die vorhandene Infrastruktur auch an Land effizienter genutzt werden.
Nach Auffassung des VKU muss der Offshore-Ausbau stärker an den tatsächlichen Stromerträgen und den Systemkosten ausgerichtet werden. Werden Windparks zu dicht gebaut, verschatten sich die Anlagen gegenseitig. Die Stromerträge sinken, während der Bedarf an Netzinfrastruktur steigt.
Liebing: „Entscheidend ist nicht allein die installierte Leistung, sondern wie viel Strom tatsächlich erzeugt und in das Energiesystem integriert wird. Jeder Euro, den wir für Offshore-Netze ausgeben, muss sich am Ende im Energiesystem rechnen. Deshalb brauchen wir einen Ausbau mit Augenmaß und größtmögliche Systemoptimierung.“
Der VKU hatte sich deshalb für eine Absenkung des Ausbauziels in deutschen Gewässern von 70 auf rund 50 Gigawatt ausgesprochen. Positiv bewertet der Verband die im Gesetzentwurf vorgesehene stärkere Einbindung von Projekten in den Hoheitsgewässern europäischer Partnerländer, da diese Öffnung Druck von einer zu dichten Bebauung der deutschen Seeflächen nehmen kann.
Bei den Ausschreibungen sieht der VKU weiteren Handlungsbedarf. Nach Ansicht des Verbandes konzentrierten sich die Zuschläge in den vergangenen Jahren auf wenige große Marktteilnehmer. Der VKU setzt sich deshalb für kleinere Ausschreibungsflächen mit maximal einem Gigawatt Netzanschlusskapazität sowie für eine breitere Verteilung der Flächen ein.
„Offshore-Wind darf kein Markt für wenige große Anbieter sein. Mehr Wettbewerb senkt Risiken und erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass Projekte tatsächlich umgesetzt werden“, so Liebing. Die aktuelle Novelle greife bei diesen Punkten noch nicht weit genug.
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Der Verband kommunaler Unternehmen e. V. (VKU) vertritt über 1.600 Stadtwerke und kommunalwirtschaftliche Unternehmen in den Bereichen Energie, Wasser/Abwasser, Abfallwirtschaft sowie Telekommunikation. Mit rund 319.000 Beschäftigten wurden 2023 Umsatzerlöse von über 213 Milliarden Euro erwirtschaftet und mehr als 19 Milliarden Euro investiert. Im Endkundensegment haben die VKU-Mitgliedsunternehmen signifikante Marktanteile in zentralen Ver- und Entsorgungsbereichen: Strom 66 Prozent, Gas 65 Prozent, Wärme 72 Prozent, Trinkwasser 88 Prozent, Abwasser 50 Prozent. Die kommunale Abfallwirtschaft hat seit 1990 rund 90 Prozent ihrer CO2-Emissionen eingespart – damit ist sie der Hidden Champion des Klimaschutzes. Immer mehr Mitgliedsunternehmen engagieren sich im Breitbandausbau und investieren pro Jahr über 1 Milliarde Euro. Zahlen Daten Fakten 2025
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