Gebäudemodernisierungsgesetz
VKU zum GModG im Bundestag: Heizen bleibt nur mit fairem Wettbewerb bezahlbar
Heute berät der Bundestag in 1. Lesung das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG). Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) appelliert an die Abgeordneten, im weiteren parlamentarischen Verfahren für fairen Wettbewerb zwischen Fernwärme, Wärmepumpe und grünen Gasen zu sorgen, damit Heizkosten bezahlbar bleiben.
11.06.26
Heute berät der Bundestag in 1. Lesung das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG). Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) appelliert an die Abgeordneten, im weiteren parlamentarischen Verfahren für fairen Wettbewerb zwischen Fernwärme, Wärmepumpe und grünen Gasen zu sorgen, damit Heizkosten bezahlbar bleiben.
Berlin, den 11.06.2026. Heute berät der Bundestag in 1. Lesung das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG). Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) appelliert an die Abgeordneten, im weiteren parlamentarischen Verfahren für fairen Wettbewerb zwischen Fernwärme, Wärmepumpe und grünen Gasen zu sorgen, damit Heizkosten bezahlbar bleiben. Das wünschen sich auch mehr als ein Drittel der Eigenheimbesitzer (36 Prozent), wie aus einer repräsentativen Civey-Umfrage unter 1.000 Eigenheimbesitzern im Auftrag des VKU hervor geht. Auf die Frage, worauf die Bundesregierung bei der Wärmewende besonders achten sollte, stimmen die meisten Eigenheimbesitzer für bezahlbare Heizkosten (36 Prozent). Auf Platz 2 folgt Versorgungssicherheit (17 Prozent). Unabhängigkeit von Gas- und Ölimporten ist für 15 Prozent der Eigenheimbesitzer wichtig.
VKU an Bundestag: Benachteiligung verhindern, für fairen Wettbewerb sorgen
„Der Mehrheit der Eigenheimbesitzer sind bezahlbare Heizkosten am wichtigsten. Orientierung dafür geben die Wärmepläne, mit denen Kommunen ermitteln, in welcher Straße welche Heizungsart technisch und wirtschaftlich am sinnvollsten ist. Ein weiterer, wichtiger Hebel für bezahlbares Heizen ist jedoch fairer Wettbewerb zwischen Fernwärme, Wärmepumpen und grünen Gasen“, so Ingbert Liebing, VKU-Hauptgeschäftsführer. „Der Bundestag sollte strukturelle Benachteiligungen einzelner Heizungsarten verhindern, weil das den Wettbewerb und damit auch die Preise fürs Heizen verzerrt. Und das wird in der Regel teuer.“
Für fairen Wettbewerb braucht es ein ganzes Bündel an Maßnahmen. Für den Ausbau der Fernwärme braucht es zum einen endlich eine angemessene Anschubfinanzierung, indem die Bundesförderung effiziente Wärmenetze von 1,4 Milliarden auf die notwendigen 3,5 Milliarden Euro pro Jahr angehoben und gesetzlich verankert wird. Dabei geht es nicht um mehr Geld je Projekt, sondern um die Ausfinanzierung der umzusetzenden Projekte. Zum anderen braucht es ein ganzes Wärmepaket aus Novellen der AVBFernwärme-Verordnung, Wärmelieferverordnung und Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz. Stand heute wird die Fernwärme gegenüber der Wärmepumpe benachteiligt, etwa im Mietrecht oder beim Primärenergiefaktor im GModG.
„Je mehr Erneuerbare oder Abwärme ein Wärmenetz nutzt, desto klimafreundlicher die Fernwärme. Das sollte bei der Einstufung honoriert werden. Wir appellieren an den Bundestag, klimafreundliche Fernwärme endlich als gleichwertig zur Wärmepumpe anzuerkennen”, so Liebing.
Wenn wiederum Strom günstiger wird, würden Wärmepumpen attraktiver, was auch für Großwärmepumpen in Fernwärmenetzen gilt. Dazu sollte die Stromsteuer für alle auf das europarechtliche Minimum gesenkt werden. So hat es die Regierung bereits im Koalitionsvertrag versprochen, nur bislang noch nicht für alle Kundengruppen umgesetzt.
Um das Heizen mit grünen Gasen zu ermöglichen, muss das Angebot ausgeweitet werden. Dazu muss die Bundesregierung eine Biomethanstrategie vorlegen, in der sie erklärt, welche heimischen Potenziale und Importmöglichkeiten sie erschließen will. Grüngasquote und Bio-Treppe gehen mit neuen Informations- und Abrechnungspflichten für die Versorger einher - wichtig sind hierbei einheitliche und einfache Bestimmungen. Je weniger Bürokratie für die Versorger, desto günstiger für die Kunden. Klare Spielregeln für die Umsetzung von Biomethan-Herkunftsnachweisen sind dabei besonders wichtig. Der Aufbau eines einheitlichen Registers würde zusätzlichen administrativen Aufwand begrenzen und wäre besser als das derzeitige Nebeneinander von verschiedenen Registern.
„Die Abgeordneten sollten die Bundesregierung in die Pflicht nehmen. Wir brauchen zügig zahlreiche weitere Gesetzesvorhaben, damit wir mehr Planungssicherheit bei der Wärmewende bekommen und Heizen für alle bezahlbar bleibt“, fordert Liebing. „Die Bundesregierung sollte noch vor der Sommerpause Eckpunkte für die Biomethanstrategie vorlegen. Zudem haben die Abgeordneten es beim Haushalt selbst in der Hand, indem sie die Stromsteuer für alle senken und die BEW-Förderung für den Fernwärmeausbau erhöhen.“
Hintergrund zur Umfrage
Das Meinungsforschungsinstitut CIVEY hat in einer repräsentativen Umfrage 1.000 Eigenheimbesitzer im Auftrag des Verbands kommunaler Unternehmen (VKU) vom 4. Juni bis zum 8. Juni 2026. Die statistische Fehlertoleranz liegt bei 6,4 Prozent.
Worauf sollte die Bundesregierung bei der Wärmewende aus Ihrer Sicht besonders achten?
- Bezahlbare Heizkosten: 36,1 Prozent
- Versorgungssicherheit: 17,2 Prozent
- Unabhängigkeit von Gas- und Ölimporten: 15,3 Prozent
- Technologieneutralität und Wahlfreiheit: 9,2 Prozent
- Schneller Ausbau der Infrastruktur: 9,2 Prozent
- Erreichung der Klimaziele: 8,6 Prozent
- Weiß nicht: 2,7 Prozent
- Etwas anderes: 1,7 Prozent
Der Verband kommunaler Unternehmen e. V. (VKU) vertritt über 1.600 Stadtwerke und kommunalwirtschaftliche Unternehmen in den Bereichen Energie, Wasser/Abwasser, Abfallwirtschaft sowie Telekommunikation. Mit rund 319.000 Beschäftigten wurden 2023 Umsatzerlöse von über 213 Milliarden Euro erwirtschaftet und mehr als 19 Milliarden Euro investiert. Im Endkundensegment haben die VKU-Mitgliedsunternehmen signifikante Marktanteile in zentralen Ver- und Entsorgungsbereichen: Strom 66 Prozent, Gas 65 Prozent, Wärme 72 Prozent, Trinkwasser 88 Prozent, Abwasser 50 Prozent. Die kommunale Abfallwirtschaft hat seit 1990 rund 90 Prozent ihrer CO2-Emissionen eingespart – damit ist sie der Hidden Champion des Klimaschutzes. Immer mehr Mitgliedsunternehmen engagieren sich im Breitbandausbau und investieren pro Jahr über 1 Milliarde Euro. Zahlen Daten Fakten 2025
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