EU-Grid-Package
VKU begrüßt EU-Netzpaket als wichtigen Schritt nach vorn

Der Energieausschuss des Europäische Parlaments hat heute seine Position zu schnelleren Genehmigungsverfahren im EU-Netzpaket abgestimmt. Ziel des Vorhabens ist es, den gesamteuropäischen Netzausbau zu beschleunigen und Verfahren für Netzanschlüsse deutlich zu verkürzen.

02.07.26

Brüssel / Berlin, 02.07.2026 – Der Energieausschuss des Europäische Parlaments hat heute seine Position zu schnelleren Genehmigungsverfahren im EU-Netzpaket abgestimmt. Ziel des Vorhabens ist es, den gesamteuropäischen Netzausbau zu beschleunigen und Verfahren für Netzanschlüsse deutlich zu verkürzen. Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) begrüßt das Paket als wichtigen Impuls für eine zukunftsfähige europäische Energieinfrastruktur und sieht wesentliche Verbesserungen gegenüber dem ursprünglichen Kommissionsvorschlag.

VKU-Hauptgeschäftsführer Ingbert Liebing: „Das europäische Netzpaket ist ein zentraler Schritt hin zu einer gemeinsam ausgestalteten europäischen Lösung für den weiteren Ausbau der Netzinfrastruktur. Mit dem Paket wird ein langfristiger Rahmen geschaffen, um den Netzausbau in Europa strategisch und effizient voranzubringen. Rat und Parlament haben den Kommissionsvorschlag an entscheidenden Stellen verbessert.“

Positiv bewertet der VKU, dass das Paket keine unrealistisch kurzen Fristen für Netzanschlussanträge mehr enthält. Denn eine beschleunigte Entscheidungsfindung allein schafft keine zusätzliche physische Netzkapazität. Gleichzeitig kommen Rat und Parlament Deutschland beim Thema Kundenanlagen spürbar entgegen. Liebing: „Die durch den deutschen Gesetzgeber zu strenge Auslegung der Strombinnenmarktrichtlinie führt zu Wettbewerbsnachteilen für deutsche Energieversorger und schafft zusätzliche bürokratische Hürden. Es braucht deshalb eine praxistaugliche, europäisch einheitliche Lösung. Die Vorschläge des Energieausschusses eröffnen mehr Flexibilität und ermöglichen es, auch umweltfreundliche Quartiersprojekte abzudecken. Es ist zentral, die Brüssler Pläne mit den heute verkündeten Plänen der Koalition abzustimmen.“

Der VKU betrachtet eine Passage in der Position des Energieausschusses jedoch mit Sorge. Obwohl es gelungen ist, eine weitere Verschärfung abzuwenden, könnte die bewährte De-minimis-Ausnahme für Verteilnetzbetreiber unter 100.000 Kunden künftig infrage gestellt werden. „Die De-minimis-Ausnahme hat sich seit vielen Jahren bewährt und wurde von keiner nationalen Regulierungsbehörde grundsätzlich kritisiert. Eine Abschaffung würde den Fortschritt der Energiewende erheblich bremsen. Das wäre aus unserer Sicht mit erheblichen wirtschaftlichen Herausforderungen verbunden, hier hätten wir uns mehr gewünscht“, so Liebing.

Wesentlicher Bestandteil des „EU Grids Package“, aber erst zur Abstimmung im September vorgesehen, ist der 10-Jahres-Networking-Plan, der Infrastrukturlücken schließen soll. Dafür ist es aus Sicht des VKU entscheidend, den derzeitig präferierten „Bottom-Up-Ansatz“, also die Netzplanung ausgehend von regionalen Netzbetreibern, nicht in Richtung eines „Top-Down-Modells“ zu verschieben. Hierzu Ingbert Liebing: „Eine europäische Koordinierung ist sinnvoll. Eine zu starke Zentralisierung der Planung birgt jedoch das Risiko, die praktischen Herausforderungen der regionalen Betreiber zu übergehen. Dadurch könnten Maßnahmen priorisiert werden, die zwar ambitioniert wirken, in der Praxis aber kaum umsetzbar sind, es darf keine neue, zusätzliche Bürokratie geschaffen werden.“
 

Der Verband kommunaler Unternehmen e. V. (VKU) vertritt über 1.600 Stadtwerke und kommunalwirtschaftliche Unternehmen in den Bereichen Energie, Wasser/Abwasser, Abfallwirtschaft sowie Telekommunikation. Mit rund 319.000 Beschäftigten wurden 2023 Umsatzerlöse von über 213 Milliarden Euro erwirtschaftet und mehr als 19 Milliarden Euro investiert. Im Endkundensegment haben die VKU-Mitgliedsunternehmen signifikante Marktanteile in zentralen Ver- und Entsorgungsbereichen: Strom 66 Prozent, Gas 65 Prozent, Wärme 72 Prozent, Trinkwasser 88 Prozent, Abwasser 50 Prozent. Die kommunale Abfallwirtschaft hat seit 1990 rund 90 Prozent ihrer CO2-Emissionen eingespart – damit ist sie der Hidden Champion des Klimaschutzes. Immer mehr Mitgliedsunternehmen engagieren sich im Breitbandausbau und investieren pro Jahr über 1 Milliarde Euro. Zahlen Daten Fakten 2025

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