Stellungnahme zu AgNes-Festlegung
Geplante Netzentgelt-Reform: VKU warnt vor mehr Bürokratie und Kosten
Zum Ende der Konsultation der Bundesnetzagentur zur neuen allgemeinen Netzentgeltsystematik Strom (AgNes) mahnt der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) Nachbesserungen bei den geplanten Regeln an.
18.09.26
Zum Ende der Konsultation der Bundesnetzagentur zur neuen allgemeinen Netzentgeltsystematik Strom (AgNes) mahnt der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) Nachbesserungen bei den geplanten Regeln an.
Berlin, 18.09.2026. Zum Ende der Konsultation der Bundesnetzagentur zur neuen allgemeinen Netzentgeltsystematik Strom (AgNes) mahnt der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) Nachbesserungen bei den geplanten Regeln an. „Der Entwurf bürdet Stadtwerken und Netzbetreibern hohen Zusatzaufwand auf, ohne einen erkennbaren Nutzen für das Stromsystem zu schaffen“, kritisiert VKU-Hauptgeschäftsführer Ingbert Liebing. Der VKU fordert mehr Schutz für fortgeschrittene Investitionsprojekte sowie klare Regeln für Kapazitätsbestellung, Datenmanagement und Kostenwälzung.
Mit AgNes will die Bundesnetzagentur die Stromnetzentgelte neu ordnen. Vorgesehen sind neue Entgelte für Erzeugungsanlagen und Speicher sowie eine neue Verteilung der Netzkosten.
Positiv bewertet der VKU, dass die Bundesnetzagentur den Vertrauensschutz für bestehende Investitionen ausgeweitet und die Einführung dynamischer Netzentgelte verschoben hat. Nach Ansicht von Liebing sollte der Schutz aber auch für Projekte gelten, die bereits weit fortgeschritten sind: „Auch ein nachweislich weit fortgeschrittener Entwicklungsstand sollte berücksichtigt werden können.“ Als Nachweis könnten etwa eine Baugenehmigung, eine Netzanschlusszusage oder eine gesicherte Finanzierung dienen.
Der VKU kritisiert die geplante Kostenwälzung zwischen den Netzebenen. Laut dem Verband bleiben zentrale Fragen zur Umsetzung des neuen Modells offen. Auch bei den neuen Kapazitätsentgelten für Stromkunden und den geplanten Entgelten für Erzeugungsanlagen bestehe Bedarf nach Konkretisierung. Zudem müssten die neuen Kapazitätsregeln im Alltag umsetzbar sein. „Netzbetreiber und Kunden müssen wissen, welche Daten gelten, wie die Kapazität berechnet wird und wer verantwortlich ist. Nur so kann das Verfahren bundesweit einheitlich funktionieren“, so Liebing.
Nach Angaben des Verbands wären umfangreiche Anpassungen von IT-Systemen und Marktprozessen nötig. Bei den Daten- und Abrechnungsprozessen gebe es erheblichen Klärungsbedarf. Dazu gehören zum Beispiel Messwerte zum Stromverbrauch oder zur Stromeinspeisung, Angaben zur bestellten Kapazität und die Frage, aus welcher Quelle diese Informationen stammen und wer für ihre Richtigkeit verantwortlich ist. „Unklare Zuständigkeiten treiben Kosten und Bürokratie nach oben“, mahnt Liebing.
„Die Stromnetze sind das Rückgrat der Energiewende. Wir brauchen Regeln, die Investitionen fördern statt Bürokratie schaffen. Jeder zusätzliche Verwaltungsaufwand fehlt am Ende beim Netzausbau und kann auch Verbraucher belasten“, so Liebing.
Weitere Information:
VKU-Stellungnahme zum Festlegungsentwurf der allgemeinen Netzentgeltsystematik Strom (AgNes)
Der Verband kommunaler Unternehmen e. V. (VKU) vertritt über 1.600 Stadtwerke und kommunalwirtschaftliche Unternehmen in den Bereichen Energie, Wasser/Abwasser, Abfallwirtschaft sowie Telekommunikation. Mit rund 319.000 Beschäftigten wurden 2023 Umsatzerlöse von über 213 Milliarden Euro erwirtschaftet und mehr als 19 Milliarden Euro investiert. Im Endkundensegment haben die VKU-Mitgliedsunternehmen signifikante Marktanteile in zentralen Ver- und Entsorgungsbereichen: Strom 66 Prozent, Gas 65 Prozent, Wärme 72 Prozent, Trinkwasser 88 Prozent, Abwasser 50 Prozent. Die kommunale Abfallwirtschaft hat seit 1990 rund 90 Prozent ihrer CO2-Emissionen eingespart – damit ist sie der Hidden Champion des Klimaschutzes. Immer mehr Mitgliedsunternehmen engagieren sich im Breitbandausbau und investieren pro Jahr über 1 Milliarde Euro. Zahlen Daten Fakten 2025
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