Mit Projektkooperationen zum Markthochlauf von Wasserstoff

Unter dem Schwerpunkt von Projektkooperationen und dem Aufbau eines H2-Netzwerkes im Norden fand am 08. Juli die dritte Arbeitskreissitzung Wasserstoff des VKU Nord statt. Impulse kamen von der Landeskoordinierungsstelle Wasserstoffwirtschaft Schleswig-Holstein, den Stadtwerken Schwerin sowie von GP Joule.

Die letzten Beratungswochen vor der Bundestagswahl liegen hinter uns. Insbesondere auf Ebene der Energiepolitik wurden viele wegweisende Entscheidungen getroffen. Welche Auswirkungen für den Markthochlauf einer Wasserstoffwirtschaft damit verbunden sind, stellte Moritz Schibalski, Geschäftsführer des VKU Nord in einem Eingangsimpuls dar. In seinem Beitrag ging er zudem auf die Positionierung des VKU hinsichtlich einer Wasserstoffwirtschaft und der aus Verbandssicht sinnvollen wie notwendigen Transformation der Gasnetzinfrastruktur ein. Kernforderungen sowie spannende Regionalprojekte finden Sie auf der Kampagnenseite unter: https://h2.vku.de/.

Auf Ebene der Landespolitik hat sich die VKU-Landesgruppe Nord bereits im Frühjahr mit einem eigenständigen Wasserstoffpapier unter dem Titel „Wasserstoff - Chancen und Potentiale der Kommunalwirtschaft im Norden“ klar für den Aufbau einer grünen und dezentralen Wasserstoffwirtschaft im Norden ausgesprochen.

Vorstellung Landeskoordinierungsstelle Wasserstoffwirtschaft SH

Mit einem Impulsvortrag im Rahmen der Arbeitskreissitzung stellte die Leiterin Annika Fischer die im Rahmen der schleswig-holsteinischen Wasserstoffstrategie bereits zum Jahresbeginn geschaffene Landeskoordinierungsstelle Wasserstoffwirtschaft vor. Aufgabe der Koordinierungsstelle ist neben der Förderberatung und dem Aufbau eines Netzwerkes auch, Projekte sichtbar zu machen und die Öffentlichkeitsarbeit auszubauen. Dazu wurden bereits eine Förderfibel sowie eine Übersicht bestehender Netzwerke und Vorhaben veröffentlicht.

Im Verlauf der Sitzung wurden den rund 40 Teilnehmer:innen weiterhin zwei Best-Practice-Projekte regionaler Kooperationen vorgestellt:

Vision Energiepark Schwerin

Mit dem umfassenden Projekt „Energiepark Schwerin“, welches Sascha Lauckner, Stadtwerke Schwerin vorstellte, wollen die Stadtwerke vor Ort eine Wasserstoffwirtschaft aufbauen. Ziel des Projektes ist es, das Klimaschutzkonzept der Landeshauptstadt Schwerin umzusetzen und dabei ein nachhaltiges Nachnutzungskonzept für eine existierende Biogasanlage zu finden. Die Überlegung der Stadtwerke war, hier die biologischen Methanisierung anzuwenden. Daraus entstand die Planung des Energieparks Schwerin, bestehend aus der Erzeugung erneuerbarer Energie über PV-Anlagen, Elektrolyseuren sowie Speichern. Dabei soll der entstehende Wasserstoff zum einen für das Wärmenetz methanisiert, aber auch über eine Tankstelle im Verkehrsbereich eingesetzt werden. Die im Prozess entstehende Abwärme könnten direkt anliegende Unternehmen nutzen. Selbst der Sauerstoff als Nebenprodukt könnte in der Kläranlage eingesetzt werden. Der Energiepark Schwerin ist damit ein Best-Practice-Beispiel für die Sektorenkopplung vor Ort.

Projektkooperationen GP Joule

Im Rahmen einer Kooperation zwischen dem VKU Nord und dem schleswig-holsteinischen Branchenverband Watt 2.0 stellte André Steinau, GP Joule unter dem Thema „Allianzen zum Aufbau der regionalen, grünen H2-Wirtschaft“ bundesweite Beispiele für Projektkooperationen vor. Mit dem Projekt eFarming hat GP Joule mit weiteren teils kommunalen Partnern die gesamte Wertschöpfungskette von der Erzeugung bis zur Nutzung des grünen Wasserstoffs in der Mobilität abbilden können. Die Vorteile solcher Allianzen zum Aufbau grüner, lokaler Wasserstoffverbundökosysteme seien unter den Stichworten regionale Wertschöpfung, Wissenstransfer und Nachhaltigkeit zusammenzufassen, so Steinau.

Die nächste Sitzung des Arbeitskreises Wasserstoff wird durch den VKU Nord nach der Sommerpause sowie den Bundes- und Landtagswahlen im Herbst organisiert.

In der Landesgruppe Nord sind 105 kommunale Unternehmen im VKU organisiert. Die VKU-Mitgliedsunternehmen in der Landesgruppe Nord leisten jährlich Investitionen in Höhe von über einer Milliarde Euro, erwirtschaften einen Umsatz von fast 6 Milliarden Euro und sind wichtiger Arbeitgeber für über 18.000 Beschäftigte.