Studie Batteriebrände erschienen

Lithium-Ionen-Batterien finden immer größere Verbreitung, dies erhöht auch das Brandrisiko in der Entsorgungswirtschaft. Die Verbände ASA, BDE, bvse, CMA und VKU haben die Studie „Brandereignisse in der Entsorgungswirtschaft“ beauftragt.

14.10.26

Ziel der Studie war es, Ursachen, Auswirkungen und Lösungsansätze für das zunehmende Brandgeschehen wissenschaftlich zu untersuchen. 

Die Studie stützt sich auf die Auswertung einer bundesweiten Verbändeumfrage mit 181 Anlagen für die Jahre 2021 bis 2025, den aktuellen Forschungsstand sowie internationale Studien. Die Ergebnisse zeigen ein eindeutiges Bild: Wo Brandursachen eindeutig festgestellt werden können, sind Lithium-Ionen-Batterien mit Abstand die häufigste Ursache. Die Studie liefert damit eine wichtige Grundlage für technische, organisatorische und regulatorische Maßnahmen zur Brandprävention sowie für eine verursachergerechte Verteilung von Risiken und Kosten. 

Die Untersuchung bestätigt, dass das Brandgeschehen in der Entsorgungs- und Recyclingwirtschaft in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen hat. Problem ist, dass lithiumhaltige Batterien und insb. kleine batteriebetriebene Altgeräte häufig über ungeeignete Erfassungswege (Restmüll, PPK und Gelbe Tonne) in die Entsorgung gelangen.

Allein zwischen 2020 und 2023 wurden mehr als 130.000 Tonnen Batterien nicht über die vorgesehenen Sammelsysteme erfasst. Insbesondere kleine Geräte, kurzlebige Konsumprodukte und Batterien, die fest in Produkten verbaut sind, gelangen häufig unbemerkt in Restabfälle, Verpackungsabfällen oder andere Stoffströme.

Die von den Verbänden erhobenen und von den o.g. Instituten ausgewerteten Daten von 181 Anlagen zeigen: Innerhalb von fünf Jahren haben sich Brandereignisse nahezu verdreifacht. Besonders betroffen sind Anlagen zur Behandlung von Leichtverpackungsabfällen, Rest- und Gewerbeabfällen. Mehr als jede zweite Anlage war zuletzt von Bränden oder gefährlichen Hotspot-Ereignissen betroffen. Die Angaben sind nicht auf Deutschland hochgerechnet.

Die Studie kommt zu dem Schluss, dass ohne wirksame Gegenmaßnahmen mit einer schrittweisen Verschärfung der Lage zu rechnen ist und die weitere Reduzierung von Batteriebränden nicht allein Aufgabe der Entsorgungswirtschaft sein kann. Die Branche kann Risiken begrenzen, entscheidet jedoch nicht darüber, welche Produkte auf den Markt kommen, wie sie gestaltet sind oder wie ihre Rückgabe organisiert wird. 

Für die untersuchten 181 Anlagen beziffert die Studie die batteriebedingten Schäden zwischen 2021 und 2025 auf 200 bis 320 Millionen Euro. Gleichzeitig berichten die Unternehmen von steigenden Versicherungsprämien und wachsenden Problemen bei der Versicherbarkeit von Anlagen.

Aus Sicht des VKU belegt die Studie, dass die kommunale Entsorgungswirtschaft die Folgen eines Problems bewältigen muss, dessen Ursachen weit vor der eigentlichen Abfallbehandlung liegen. Deshalb braucht es eine konsequente Herstellerverantwortung, bessere Rückgabesysteme für Altbatterien, mehr Verbraucheraufklärung sowie einen herstellerfinanzierten Präventions- und Ausgleichsfonds.