Markthochlauf von Wasserstoff
Aktualisiertes VKU-Positionspapier zum Markthochlauf von Wasserstoff

Wasserstoff ist auf dem Weg zur klimaneutralen Energieversorgung bis 2045 ein wichtiger Energieträger und ein unverzichtbarer Rohstoff, um die Energiewende zu vollziehen. Der VKU hat sich intensiv mit der Frage beschäftigt, wie ein Wasserstoff-Markthochlauf erfolgen kann und dazu das „Positionspapier zum Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft“ in aktualisierter Form veröffentlicht.

05.01.24

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In dem Positionspapier werden die wichtigsten Faktoren für den Wasserstoffmarkthochlauf dargestellt. Im Vordergrund steht dabei die Wirkung i. S. einer beschleunigten und großvolumigen Verfügbarkeit von klimaneutralem und langfristig weitgehend grünem Wasserstoff – und dies unabhängig davon, in welchen Sektoren der klimaneutrale Energieträger künftig tatsächlich zum Einsatz kommt. Wichtig ist, dass das Industrieland Deutschland CO2-freie Moleküle in erheblichem Umfang wird importieren müssen.

Unsere Kernbotschaften und -forderungen:

Ganzheitliche Strategie:
Für den Aufbau der Wasserstoffwirtschaft sind Nachfrage, Angebot und Infrastruktur zu betrachten.

Steigerung des Wasserstoffangebots:
Es muss ein breites Spektrum an Herstellungsverfahren und Methoden bei der Förderung von Wasserstoff (Elektrolyse, Dampfreformierung aus Biogas, Katalyse, Pyrolyse, …)  geben. Das übergeordnete Ziel ist die Produktion und schließlich Verwendung von grünem H2. Die Förderung von anderen Erzeugungsarten (für z. B. blauen oder grauen Wasserstoff) darf dieses Ziel nicht konterkarieren.

Offenheit bei der Nachfrage:
Es darf keine Vorfestlegungen bei den Verbrauchssektoren geben: Jegliche H2-Nachfrage ist zu unterstützen. Der Markt entscheidet, wo der Wasserstoff zum Einsatz kommt. CO2-Bepreisung/das Brennstoffemissionshandelsgesetz und der EU-Emissionshandel sind hierbei wichtige einflussnehmende Parameter. Marktverzerrungen sind aufzuheben.

Infrastrukturaufbau und -finanzierung:
Nutzung von vorhandener Infrastruktur: Viele Gas-/H2-Netze bleiben und werden weiter benötigt. Der Umfang weitergenutzter oder neu errichteter Infrastruktur richtet sich nach den konkreten Bedingungen vor Ort.

Gedeckelte Netzentgelte können den Kunden helfen, die zumindest anfänglich hohen Kosten für H2 zu schultern. Auch Verteilernetzbetreiber brauchen entsprechende finanzielle Ausgleichsmechanismen, wie den intertemporalen Kostenausgleich, den es für die Fernleitungsnetzbetreiber gibt. Die Renditen der Netzbetreiber müssen angemessen sein und kapitalmarktfähige Konditionen bieten.

Der regulatorische Rahmen für die Verteilernetze muss fit gemacht werden für die Zeit der Transformation, d. h. Umstellung oder Rückbau/Stilllegung. Details hierzu finden Sie auch in unserem Gutachten zu den regulatorischen Anpassungsbedarfen zur Transformation der Gasversorgung im Kontext der Wärmewende