EU ETS I
VKU zur Reform des Europäischen Emissionshandelssystems
Die EU will die Verknappung der Zertifikate im ETS 1 verlangsamen, auch soll die Industrie weiterhin freie Zertifikate zugeteilt bekommen. Zudem soll die thermische Abfallverwertung in den ETS 1 einbezogen werden, obwohl es für die sichere Entsorgung von Abfällen keine klimafreundlichere Alternative gibt. Deponien könnten sogar begünstigt werden, was den Wettbewerb verzerrt und der Umwelt schadet.
17.07.26
Die EU will die Verknappung der Zertifikate im ETS 1 verlangsamen, auch soll die Industrie weiterhin freie Zertifikate zugeteilt bekommen. Zudem soll die thermische Abfallverwertung in den ETS 1 einbezogen werden, obwohl es für die sichere Entsorgung von Abfällen keine klimafreundlichere Alternative gibt. Deponien könnten sogar begünstigt werden, was den Wettbewerb verzerrt und der Umwelt schadet.
Berlin/Brüssel, 17.07.2026. Die EU will die Verknappung der Zertifikate im ETS 1 verlangsamen, auch soll die Industrie weiterhin freie Zertifikate zugeteilt bekommen. Zudem soll die thermische Abfallverwertung in den ETS 1 einbezogen werden, obwohl es für die sichere Entsorgung von Abfällen keine klimafreundlichere Alternative gibt. Deponien könnten sogar begünstigt werden, was den Wettbewerb verzerrt und der Umwelt schadet.
Dr. Kai Lobo, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des Verbands kommunaler Unternehmen (VKU):
„Der CO₂-Preis ist das wirksamste Instrument, um Energiewende und Klimaschutz voranzubringen. Die Entlastung der Industrie durch künstlich vergünstigte CO₂-Zertifikate ist zwar nachvollziehbar, schwächt aber die Lenkungswirkung zu Klimaschutz und Energiewende.
So bleibt die Wirtschaft länger abhängig von fossilen Importen aus dem Ausland und damit anfällig für Schocks an den Weltmärkten. Auch droht damit anderen Teilnehmern des ETS 1, wie zum Beispiel der Energiewirtschaft und anderen first movers, dass sie noch mehr leisten müssen oder perspektivisch das Ordnungsrecht für alle verschärft werden muss. Umso wichtiger ist, dass 2028 wenigstens der Emissionshandel für Heizen und Tanken in der ganzen EU startet, damit ein stärkerer Anreiz für die Wärme- und Verkehrswende entsteht.
So würde auch ein Wettbewerbsnachteil Deutschlands behoben, da aktuell in nur wenigen EU-Ländern ein nationaler CO₂-Preis für Heizen und Tanken anfällt. Ein Fortschritt ist, dass Einnahmen aus dem Emissionshandel künftig auch in CCS- und CCU-Maßnahmen fließen dürfen. Das wird Klimaschutz-Investitionen der Abfallwirtschaft erleichtern, wenngleich ihre Einbeziehung in den ETS 1 grundsätzlich ein Irrtum bleibt, da Abfälle nur durch die thermische Aufbereitung sicher entsorgt werden können. Zudem gibt es Nachbesserungsbedarf: Sinnvoll wäre, wenn die gleichen Spielregeln für alle Behandlungswege bei der Abfallentsorgung gelten würden: Wenn CO₂-Preise auf die thermische Abfallbehandlungen anfallen, dann müssen sie auch bei der klimaschädlichen Deponierung greifen, sonst wird der Wettbewerb in der Entsorgung stark verzerrt.“
Weitere Informationen:
EU-Kommission: Vorschlag Verordnung Elektrifizierung und Digitalisierung
EU-Kommission: Aktionsplan Elektrifizierung
EU-Kommission: Vorschlag Richtlinie Benchmarks
Der Verband kommunaler Unternehmen e. V. (VKU) vertritt über 1.600 Stadtwerke und kommunalwirtschaftliche Unternehmen in den Bereichen Energie, Wasser/Abwasser, Abfallwirtschaft sowie Telekommunikation. Mit rund 319.000 Beschäftigten wurden 2023 Umsatzerlöse von über 213 Milliarden Euro erwirtschaftet und mehr als 19 Milliarden Euro investiert. Im Endkundensegment haben die VKU-Mitgliedsunternehmen signifikante Marktanteile in zentralen Ver- und Entsorgungsbereichen: Strom 66 Prozent, Gas 65 Prozent, Wärme 72 Prozent, Trinkwasser 88 Prozent, Abwasser 50 Prozent. Die kommunale Abfallwirtschaft hat seit 1990 rund 90 Prozent ihrer CO2-Emissionen eingespart – damit ist sie der Hidden Champion des Klimaschutzes. Immer mehr Mitgliedsunternehmen engagieren sich im Breitbandausbau und investieren pro Jahr über 1 Milliarde Euro. Zahlen Daten Fakten 2025
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