Zu den Anschlägen auf die Stromnetze
Jüngste Vorfälle verdeutlichen staatlichen Handlungsbedarf beim Schutz kritischer Infrastrukturen

VKU-Hauptgeschäftsführer Ingbert Liebing äußert sich zu den jüngsten Anschlägen auf die Stromnetze und ordnet ein, was zum Schutz der kritischen Infrastruktur getan werden muss.

02.09.26

Berlin, 02.09.2026. Ingbert Liebing, Hauptgeschäftsführer des Verbandes kommunaler Unternehmen (VKU):

„Die jüngsten Anschläge auf die Stromnetze zeigen, dass sich die Bedrohungslage zuspitzt und unsere kritische Infrastruktur verletzlich ist. Es kann uns jederzeit an jedem Ort treffen, weil es trotz aller Vorkehrungen, die wir in den Unternehmen bereits leisten und intensivieren müssen, keine 100 Prozent Sicherheit gibt. Stadtwerke, kommunale Ver- und Entsorger tun das in ihrer Macht stehende, um ihre kritischen Infrastrukturen bestmöglich zu schützen. Sie sind aber keine Sicherheitsbehörden. Sicherheit ist originäre Aufgabe des Staates, und die aktive Abwehr von Anschlägen damit Aufgabe der Polizei und Geheimdienste, nicht der Unternehmen. 

Ohne den weiteren Erkenntnissen der Ermittlungsbehörden vorgreifen zu wollen: Die jüngsten Vorfälle zeigen, dass die Sicherheitsbehörden aufmerksam und handlungsfähig sind. Aber: Bereits nach dem Anschlag im Januar in Berlin haben wir gefordert, bei Anschlägen auf die kritische Infrastruktur den Ermittlungsdruck zu erhöhen. Die Täter müssen endlich dingfest gemacht werden. Weiterhin sind Bund und Länder angesichts wachsender Bedrohungen gefordert, gemeinsam mit den Betreibern schnell wirksame Schutzkonzepte für kritische Infrastrukturen zu entwickeln und deren Finanzierung sicherzustellen. Der Staat darf seine Verantwortung für die öffentliche Sicherheit nicht auf die Unternehmen abwälzen.“

Der Verband kommunaler Unternehmen e. V. (VKU) vertritt über 1.600 Stadtwerke und kommunalwirtschaftliche Unternehmen in den Bereichen Energie, Wasser/Abwasser, Abfallwirtschaft sowie Telekommunikation. Mit rund 319.000 Beschäftigten wurden 2023 Umsatzerlöse von über 213 Milliarden Euro erwirtschaftet und mehr als 19 Milliarden Euro investiert. Im Endkundensegment haben die VKU-Mitgliedsunternehmen signifikante Marktanteile in zentralen Ver- und Entsorgungsbereichen: Strom 66 Prozent, Gas 65 Prozent, Wärme 72 Prozent, Trinkwasser 88 Prozent, Abwasser 50 Prozent. Die kommunale Abfallwirtschaft hat seit 1990 rund 90 Prozent ihrer CO2-Emissionen eingespart – damit ist sie der Hidden Champion des Klimaschutzes. Immer mehr Mitgliedsunternehmen engagieren sich im Breitbandausbau und investieren pro Jahr über 1 Milliarde Euro. Zahlen Daten Fakten 2025

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