Ergebnisse der VKU Mitgliederbefragung: Hitzesommer 2026 als Stresstest für die Wasserversorgung

Langanhaltende Phasen von Hitze und Trockenheit in diesem Jahr rücken die Folgen des Klimawandels erneut ins Zentrum der politischen Debatte. Folgerichtig hat sich auch die Bundesregierung bei ihrer Klausurtagung in dieser Woche mit den Herausforderungen durch Hitze und Trockenheit befasst. Diese politische Diskussion betrifft unmittelbar die Wasserwirtschaft. Denn die Sicherung der Wasserver- und Abwasserentsorgung unter veränderten klimatischen Bedingungen erfordert erhebliche Anpassungen und Investitionen. Bund aber auch Länder sind gefragt, die notwendigen Rahmenbedingungen zu setzen und auch gezielt Geld für notwendige Investitionen zur Verfügung zu stellen. Dies belegt die aktuelle Blitzumfrage des VKU unter seinen Mitgliedern.

Die öffentliche Wasserversorgung hat auch unter den außergewöhnlichen Belastungen des Sommers zuverlässig funktioniert. Gleichzeitig berichten rund 70 Prozent der Unternehmen von angespannten Versorgungssituationen, jedes sechste Unternehmen verzeichnete zeitweise ressourcen- oder infrastrukturseitige Engpässe. 

Die Rückmeldungen zeigen damit zweierlei: Die kommunalen Wasserversorger gewährleisten ihre Leistungen auch unter schwierigen Bedingungen mit großer Verlässlichkeit. Zugleich steigen die Anforderungen durch Hitze, Trockenheit und Verbrauchsspitzen merklich an. Viele Unternehmen sehen darin längst keinen Einzelfall mehr, sondern einen längerfristigen Trend.

Vor diesem Hintergrund gewinnt die politische Diskussion über die Finanzierung von Klimaanpassungsmaßnahmen an Bedeutung. Die Wasserwirtschaft steht vor erheblichen Investitionen in resiliente Infrastrukturen, die Sicherung von Wasserressourcen und die Anpassung an die Folgen des Klimawandels. 

Die Umfrageergebnisse zeigen auch, dass eine gezielte Förderung von Infrastrukturmaßnahmen der Wasserwirtschaft notwendig ist. Bereits der Koalitionsvertrag greift diese Notwendigkeit mit dem Ziel, „die Wasserver- und Abwasserentsorgung langfristig preisstabil und bedarfsgerecht zu gestalten“ auf. Speziell für die Klimaanpassung soll eine Gemeinschaftsaufgabe geprüft werden. Dies ist aus Sicht der kommunalen Wasserwirtschaft grundsätzlich ein nützliches Instrument, da so Bundesmittel direkt auf die kommunale Ebene gelangen können. Für eine Gemeinschaftsaufgabe bedarf es aber einer verfassungsändernden Zweidrittelmehrheit im Bundestag und eine solche Mehrheit ist aktuell nur schwer vorstellbar. Deshalb gilt die klare Forderung an die Politik: Eine bisher eher theoretisch geführte Auseinandersetzung in der Koalition über eine Gemeinschaftsaufgabe oder der Verweis auf andere bestehende Programme alleine hilft uns nichts. Es müssen konkret Mittel für die notwendige schnelle Anpassung der Wasserinfrastruktur an den Klimawandel zur Verfügung gestellt werden, die die Versorger direkt erreichen. 

Welche Belastungen die Unternehmen konkret erlebt haben, welche Maßnahmen sich bewährt haben und welchen politischen Handlungsbedarf die Branche sieht, zeigt die vollständige Auswertung der VKU-Blitzumfrage.