Digitalisierung & Fachkräfte-gewinnung im Fokus der Mitgliederversammlung in Emden

Die Digitalisierung sowie die Gewinnung und Bindung von Fachkräften stellen kommunalen Unternehmen vor vielfältige Herausforderungen. Wie diese bewältigt werden können und weitere Fragestellungen diskutierte die VKU-Landesgruppe Niedersachsen/Bremen mit über 60 Teilnehmern im Rahmen ihrer Mitgliederversammlung in Emden am 14. November 2018.

In seiner Begrüßung drückte der VKU-Landesgruppenvorsitzende Frank Wiegelmann seine Wertschätzung für die Mitgliedsunternehmen in Niedersachsen und Bremen sowie die vielfältigen Kooperationspartner der Landesgruppe in Politik und Verbändelandschaft aus. Mit Bezug auf die Auswahl des Veranstaltungsortes lobte er die ganzheitliche Digitalisierungsstrategie der Stadtwerke Emden, die ihre Stadt gemeinsam mit anderen Emder Akteuren unter dem Motto „grün. wirtschaftlich gesund. sicher. für alle.“ in eine Smart City verwandeln wollen. „Aus gutem Grund wurde dieses Engagement 2017 mit dem Stadtwerke-Award in Gold belohnt“ bekräftige Wiegelmann in seiner Eröffnungsrede. „Beispiele wie Emden zeigen, welch wichtigen Beitrag Kommunen und kommunale Unternehmen für die Digitalisierung von Wirtschaft und Gesellschaft leisten, indem sie sich u.a. im Ausbau hochleistungsfähiger Breitbandinfrastruktur als unerlässliche Grundlage für die Gigabit-Gesellschaft engagieren“, so Wiegelmann weiter.

Getreu der Redensart „Klein, aber oho“ gab der Stadtbaurat der Stadt Emden, Andreas Docter, einen Einblick in das Facettenreichtum der Seehafenstadt Emden, die mit rund 50.000 Einwohnern die größte Stadt Ostfrieslands und gleichzeitig die kleinste kreisfreie Stadt Niedersachsens ist. Unter anderem mit ihrer Kunsthalle, die bundesweit hohe Anerkennung erfährt, dem an der Mündung der Ems in die Nordsee gelegenen Hafen und als VW-Standort ist Emden ein zentraler Dreh- und Angelpunkt im Nordwesten Deutschlands und Motor der Region.

Als Vertreter der Niedersächsischen Landesregierung, folgte der Staatssekretär im Niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung, Stefan Muhle, der Einladung nach Emden und stellte dort den Masterplan Digitalisierung für Niedersachsen vor. Mit dem Masterplan hat das Land ein ambitioniertes Programm aufgelegt, das sich zum Ziel gesetzt hat, verlässliche Rahmenbedingungen für den laufenden digitalen Transformationsprozess zu schaffen und das Land Niedersachsen in allen politischen Themenfeldern digital zukunftsfähig aufzustellen. Im Anschluss an seinen Vortrag beantwortete der Staatssekretär die Fragen des Plenums zur vorgelegten Strategie der Landesregierung.

Über die Gestaltungskraft kommunaler Unternehmen und die damit verbundenen Anforderungen an politische Rahmenbedingungen sprach VKU-Hauptgeschäftsführerin Katherina Reiche. Vor allem auch mit Blick auf das Flächenland Niedersachsen führte sie aus, dass ländliche Räume beim Ausbau digitaler Infrastrukturen nicht abgehängt werden dürfen.

Als Vorstand Infrastruktur und Finanzen der swb AG und Vorsitzender des Ausschusses Digitalisierung im VKU gewährte Timo Poppe einen Einblick in die langfristige Strategie des EWE-Konzerns. Unter dem Motto „Wir machen aus Innovationen einfach Alltag“ erläuterte er die auf sechs Kernüberzeugungen fußende Mission des kommunalen Unternehmens.

In seinem Fachvortrag widmete sich Martin Klaffke als Professor für Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Personal und Organisation, an der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin den Megatrends und Herausforderungen für die Gestaltung der Arbeit von Morgen. Der Experte für Fragen der Generation Y, machte in seinem Beitrag deutlich, dass die nachrückende Arbeitnehmer-Generation veränderte Ansprüche an Erwerbsleben und Arbeitgeber stellt und was dies für Auswirkungen auf die Gewinnung und Bindung von qualifiziertem Personal hat. Hier betonte er die wichtige Rolle, die Führungskräften bei der Schaffung einer emotionalen Bindung zwischen Arbeitnehmer und Unternehmen zukommt.

In seinem Schlusswort stellte der VKU-Vizepräsident und stellvertretende Landesgruppenvorsitzende Karsten Specht die Stärken kommunaler Unternehmen in den Vordergrund. Diese liegen unter anderem vor allem auch in ihrer regionalen Verankerung. Als Beispiel für die Verbindung von Regionalität mit digitalen Lösungen gab er abschließend einen Einblick in das neue OOWV Online-Portal „Einfach Heimat".