Stadtwerke müssen in intelligent gesteuerte Verteilnetze investieren können

Kommunale Unternehmen verantworten deutschlandweit ein Verteilnetz von 690.000 Kilometern. „In diese Stromnetze speisen 97 Prozent der erneuerbaren Energien ein. Genau hier findet also die Energiewende statt“, sagt Helmut Preuße, Vorsitzender der VKU-Landesgruppe Berlin-Brandenburg. „Die Verteilnetze müssen kurz- und mittelfristig mit erheblichem finanziellem Aufwand modernisiert, ausgebaut und digitalisiert werden. Damit die Integration von Sonnen- und Windenergie gelingt, braucht es wirtschaftlich gesunde Netzgesellschaften. Allerdings schätzt die Bundesregierung die Bedeutung der Verteilnetze für das Gelingen nicht richtig ein.“ Derzeit liegt ein Entwurf für die sogenannte Anreizregulierung vor. Diese soll eigentlich regeln, dass in den nächsten Jahren milliardenschwere Investitionen in die Verteilnetze ausgelöst werden können.

„Mit den vorliegenden Plänen passiert aber immer noch genau das Gegenteil“, so Helmut Preuße. „Durch die neu hinzugekommenen deutlichen Verschlechterungen der Regulierungsbedingungen könnten hunderte Verteilnetzbetreiber die Energieinfrastruktur von morgen nicht optimieren. Das politische Ziel der dezentralen Energiewende wird dann zum blosen Lippenbekenntnis.“
Helmut Preuße: „Wir brauchen daher einen modernen Regulierungsrahmen. Dieser muss Anreize bieten, um schnell, effizient und wirtschaftlich vertretbar in die Modernisierung, den Neu- und Ausbau sowie in die Digitalisierung von Verteilnetzen zu investieren. Der vorgelegte Regierungsentwurf ist offen gestanden eine Zumutung für alle Verteilnetzbetreiber der Region.“

Die Anreizregulierungsverordnung benötigt die Zustimmung des Bundesrates. Deshalb appelliert die VKU-Landesgruppe Berlin-Brandenburg an die Landesregierung, sich weiter für die Belange der kommunalen Netzgesellschaften einzusetzen, hinter denen hunderte von Kommunen stehen.
Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) vertritt über 1.430 kommunalwirtschaftliche Unternehmen in den Bereichen Energie, Wasser/Abwasser, Abfallwirtschaft sowie Telekommunikation. Mit über 245.000 Beschäftigten wurden 2013 Umsatzerlöse von mehr als 115 Milliarden Euro erwirtschaftet und mehr als 9,1 Milliarden Euro investiert. Die VKU-Mitgliedsunternehmen haben im Endkundensegment einen Marktanteil von 52 Prozent in der Strom-, 62 Prozent in der Erdgas-, 82 Prozent in der Trinkwasser-, 67 Prozent in der Wärmeversorgung und 32 Prozent in der Abwasserentsorgung. Sie entsorgen zudem jeden Tag 31.500 Tonnen Abfall und tragen entscheidend dazu bei, dass Deutschland mit 65 Prozent die höchste Recyclingquote unter den Mitgliedstaaten der Europäischen Union erreicht.  Aktuell engagieren sich rund 140 kommunale Unternehmen im Breitbandausbau. Bis 2018 planen sie Investitionen von rund 1,7 Milliarden Euro - damit können dann rund 6,3 Millionen Kunden die Breitbandinfrastruktur kommunaler Unternehmen nutzen.