Digitale Teilhabe als Schlüssel für eine starke Vernetzung
VKU-DigiNetzWerk zeigt Wege zu mehr digitaler Teilhabe

Beim zweiten VKU-DigiNetzWerk am 29. Januar 2026 diskutierten 70 Teilnehmerinnen und Teilnehmer online über Chancen und Herausforderungen digitaler Teilhabe. Die beiden referierenden Expertinnen zeigten, wie groß die digitale Spaltung ist und wie mit alltagsnahen Maßnahmen die Teilhabe gestärkt werden kann.

03.02.26

Impulse, Daten und Praxisbeispiele für eine inklusive Zukunft

Digitale Teilhabe ist längst mehr als ein technisches Thema. Sie entscheidet darüber, wer in unserer Gesellschaft Zugang zu Informationen, Dienstleistungen und demokratischer Mitgestaltung hat. Beim zweiten VKU-DigiNetzWerk am 29. Januar 2026 stand deshalb die Frage im Mittelpunkt, wie kommunale Unternehmen digitale Teilhabe für alle ermöglichen können. 70 Teilnehmerinnen und Teilnehmer diskutierten gemeinsam konkrete Lösungswege.

Linda Machwitz von der Initiative „Digital für alle“ machte deutlich, wie groß die Hürden für viele Menschen weiterhin sind. Studien wie der D21-Digital-Index zeigen seit Jahren, dass sich über ein Drittel der Bevölkerung von digitalen Technologien überfordert fühlt und das generationenübergreifend. Viele schätzen ihre Digitalkompetenz als „befriedigend“ ein, während gleichzeitig 67 Prozent die Gesellschaft als digital gespalten wahrnehmen. Dennoch sieht eine klare Mehrheit die Digitalisierung als Chance für Demokratie und gesellschaftliche Teilhabe. Diese Ambivalenz prägt die digitale Realität in Deutschland und unterstreicht den Handlungsbedarf.

Georgina Layritz von den Stadtwerken München zeigte anhand konkreter Beispiele, wie digitale Teilhabe in großen Unternehmen gelingen kann. Entscheidend sei, alle Mitarbeitenden mitzudenken, auch diejenigen ohne PC-Arbeitsplatz, wie Busfahrer/innen, Müllwerker oder Kolleg/innen im technischen Außendienst. Persönliche Ansprache, niedrigschwellige Lernangebote und eine Mischung aus digitalen, hybriden und analogen Formaten erwiesen sich als besonders wirksam. Begegnungen auf Augenhöhe, individuelle Beratung und informelle Austauschformate wie After-Work-Treffen stärken zusätzlich das Vertrauen und die Bereitschaft, Neues auszuprobieren.

Digitale Teilhabe entstehe nicht durch große Strategiepapiere allein, sondern durch kontinuierliches Ausprobieren, Nachjustieren und vor allem durch das Zuhören: Was brauchen die Menschen wirklich? Welche Formate funktionieren für welche Zielgruppen? Und wie lassen sich digitale Angebote so gestalten, dass sie den Alltag tatsächlich erleichtern?

Ein Blick in aktuelle Studien bestätigt diese Perspektive. Die Bitkom-Studie „Digitale Teilhabe 2025“ zeigt, dass Wissenslücken und technische Hürden weiterhin zentrale Barrieren darstellen. Gleichzeitig steigt die Bedeutung digitaler Angebote in allen Lebensbereichen. Digitale Teilhabe ist ein dynamischer Prozess, der kontinuierliche Begleitung erfordert.

Für kommunale Unternehmen bedeutet das, digitale Transformation nicht nur technisch, sondern vor allem menschlich zu denken. Erfolgreiche Ansätze setzen auf Transparenz, Beteiligung und Vielfalt der Formate. Sie schaffen Räume, in denen Fragen erlaubt sind, Fehler dazugehören und Lernen als gemeinsamer Prozess verstanden wird. Gerade kommunale Unternehmen haben hier eine besondere Verantwortung und zugleich eine große Chance, weil sie nah an den Menschen arbeiten und deren Lebensrealität kennen.