Digitale Teilhabe
Beiratstreffen „Digital für Alle“: Kommunale Unternehmen als Schlüssel

Beim Beiratstreffen der Initiative „Digital für Alle“ diskutierten Vertreterinnen und Vertreter aus Zivilgesellschaft, Wirtschaft und öffentlicher Hand mit Bundesministerin Karin Prien über Wege zu mehr digitaler Teilhabe. Der VKU unterstrich in Vertretung von Präsidiumsmitglied Markus Hilkenbach dabei die Bedeutung kommunaler Unternehmen für moderne Daseinsvorsorge und formulierte konkrete Forderungen an die Politik.

26.01.26

Verbände betonen zentrale Rolle und formulieren Erwartungen

Die Initiative „Digital für Alle“ hat sich in den vergangenen Jahren zu einem der wichtigsten gesellschaftlichen Bündnisse für digitale Teilhabe entwickelt. 27 Partnerorganisationen aus Zivilgesellschaft, Wissenschaft, Kultur, Wirtschaft und öffentlicher Hand arbeiten gemeinsam daran, digitale Kompetenzen zu stärken und Zugänge zu diesen Angeboten besser zu gestalten. Der VKU engagiert sich seit Beginn aktiv in der Initiative, aus Überzeugung, dass digitale Teilhabe ein unverzichtbarer Bestandteil moderner Daseinsvorsorge ist. Kommunale Unternehmen spielen dabei eine Schlüsselrolle: Sie sind nah an den Menschen und gestalten digitale Angebote, die unmittelbar im Alltag wirken.

Beim jüngsten Beiratstreffen am 23. Januar 2026 in Berlin kamen Vertreterinnen und Vertreter der Partnerorganisationen mit Bundesministerin Karin Prien zusammen, um über Chancen, Herausforderungen und politische Rahmenbedingungen der digitalen Teilhabe zu sprechen. Im Mittelpunkt standen Fragen rund um digitale Kompetenzen, den aktuellen Stand in der Branche und die Weiterentwicklung nationaler Strategien.

Für die Kommunalwirtschaft ist klar, dass sie über besondere Potenziale verfügt, um digitale Teilhabe in der Breite zu stärken. Als erste Anlaufstelle für viele Bürgerinnen und Bürger können sie digitale Angebote zielgruppengerecht gestalten und niedrigschwellige Zugänge schaffen. Ihre hohe Glaubwürdigkeit trägt entscheidend zur Akzeptanz digitaler Dienste bei. Sie verhindern digitale Spaltung, stärken ländliche wie urbane Räume und leisten damit einen Beitrag zu gesellschaftlicher Teilhabe und Sicherheit.

Gleichzeitig wurden zentrale Herausforderungen benannt. Die ungleichen digitalen Kompetenzen in der Bevölkerung erschweren eine flächendeckende Nutzung digitaler Angebote. Hinzu kommen komplexe regulatorische Anforderungen, etwa durch EU-Rechtsakte wie den Data Act oder den Digitalomnibus, die in der Praxis erhebliche Ressourcen binden. Auch der anhaltende Fachkräftemangel im digitalen Bereich sowie der finanzielle Druck bei Infrastrukturinvestitionen und barrierefreie Services belasten kommunale Unternehmen zunehmend.

Vor diesem Hintergrund formulierte Markus Hilkenbach drei zentrale Erwartungen an die Bundesministerin: 

  • Erstens muss digitale Teilhabe als Teil der Daseinsvorsorge anerkannt und verlässlich finanziert werden.
  • Zweitens sollten kommunale Unternehmen als zentrale Partner in nationale Digitalstrategien, Förderprogramme und Kompetenzinitiativen eingebunden werden.
  • Drittens braucht es weniger Bürokratie und praxistaugliche Vorgaben bei der Umsetzung europäischer Regulierung, um Ressourcen zu schonen und Innovation zu ermöglichen.

Zum Abschluss des Treffens richtete die Initiative den Blick nach vorn: Am 26. Juni 2026 findet bundesweit der nächste Digitaltag statt. Unter dem Motto „Digitale Sicherheit: Verstehen. Vermitteln. Vertrauen.“ sollen erneut Räume entstehen, in denen Menschen Digitalisierung erleben, ausprobieren und diskutieren können. Für kommunale Unternehmen bietet der Digitaltag 2026 eine hervorragende Gelegenheit, ihre Angebote sichtbar zu machen und digitale Teilhabe vor Ort weiter zu stärken. Weitere Informationen zum Digitaltag 2026 erhalten sie hier