Zügig Rahmenbedingungen für den Ausbau der Ladeinfrastruktur schaffen

Gemeinsame Pressemitteilung

Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW)
Verband kommunaler Unternehmen (VKU)

Berlin, 4. November 2019: Auf dem heutigen Autogipfel im Kanzleramt soll ein Masterplan „Ladeinfrastruktur“ beschlossen werden. Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) und der Verband kommunaler Unternehmen (VKU), die die Entwicklung des Masterplans konstruktiv begleitet haben, begrüßen die Maßnahmen zum Ausbau der Ladeinfrastruktur.

Die Energiebranche ist bereits in Vorleistung gegangen und hat in den vergangenen Jahren den Ausbau der Ladeinfrastruktur erheblich vorangebracht. Über 20.600 öffentliche Ladepunkte existieren bereits und decken den aktuellen Bedarf an Ladeinfrastruktur. Viele weitere werden in Erwartung eines Markthochlaufs gerade errichtet oder geplant. Allein innerhalb eines Jahres ist es gelungen, die Anzahl um über 50 Prozent zu steigern.

„Die Energiewirtschaft treibt mit ihren Investitionen den Klimaschutz im Verkehrssektor und den Umstieg auf Elektromobilität voran. Im Masterplan Ladeinfrastruktur werden viele gute Ansätze und Empfehlungen der Branche zur Verbesserung der Rahmenbedingungen aufgegriffen. Wichtig ist aber auch die Erkenntnis, dass der Zubau an Ladesäulen mit dem tatsächlichen Bedarf der Kunden und mit dem technologischen Fortschritt im Einklang stehen muss. Nur so kann der Betrieb wirtschaftlich werden. Als ersten Schritt sollte die Bundesregierung nun Tempo machen und endlich das Miet- und Wohnungseigentumsrecht anpassen, damit der Einbau privater Ladeinfrastruktur in Mehrfamilienhäusern erleichtert wird“, sagte Kerstin Andreae, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung.

Elektromobilität steht nicht für sich allein. Sie gehört zu einer neuen emissionsarmen Energiewelt, die auf die Akzeptanz der Bürgerinnen und Bürger angewiesen ist: „Die Energiewende steht auf der Schwelle zu einer neuen Wahrnehmbarkeit. Bisher war sie vor allem durch Windräder und durch die EEG-Umlage auf der Stromrechnung sichtbar. Das Klimaschutzprogramm 2030 und neue Technologien werden jedoch zunehmend in den Alltag der Menschen hineinwirken. Die Elektromobilität kann daher nur erfolgreich sein, wenn sie die Bedürfnisse des Kunden in den Fokus nimmt. Von dieser Maxime geleitet steht die Energiewirtschaft bereit, ihre Erfahrungen und ihr Know-How konstruktiv in die Arbeit der geplanten 'Nationalen Leitstelle Ladeinfrastruktur' miteinzubringen, die das Bundesverkehrsministerium noch in diesem Jahr gründen will,“ so VKU-Hauptgeschäftsführerin Katherina Reiche.
Die Unternehmen der Energiewirtschaft engagieren sich für den Ausbau und den Betrieb der Ladeinfrastruktur, aber auch für ein sicheres, stabiles und zunehmend intelligentes Stromnetz sowie eine nachhaltige, bezahlbare Stromversorgung. Kurz: Die Energiewirtschaft sorgt dafür, dass Elektromobilität funktionieren kann – in der Stadt und auf dem Land. Damit Elektromobilität eine Erfolgsgeschichte wird, bedarf es einer gemeinsamen Kraftanstrengung von Politik, Energie- und Automobilwirtschaft.

Ansprechpartner für die Presse:

VKU:
Alexander Sewohl
Tel. 030 58580-208
sewohl(at)vku(dot)de

BDEW:
Manuela Wolter
Tel. 030 300 199-1162
presse(at)bdew(dot)de

Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) vertritt rund 1.500 Stadtwerke und kommunalwirtschaftliche Unternehmen in den Bereichen Energie, Wasser/Abwasser, Abfallwirtschaft sowie Telekommunikation. Mit mehr als 268.000 Beschäftigten wurden 2017 Umsatzerlöse von mehr als 116 Milliarden Euro erwirtschaftet und rund 10 Milliarden Euro investiert. Im Endkundensegment haben die VKU-Mitgliedsunternehmen große Marktanteile in zentralen Ver- und Entsorgungsbereichen: Strom 61 Prozent, Erdgas 67 Prozent, Trinkwasser 86 Prozent, Wärme 70 Prozent, Abwasser 44 Prozent. Sie entsorgen jeden Tag 31.500 Tonnen Abfall und tragen entscheidend dazu bei, dass Deutschland mit 68 Prozent die höchste Recyclingquote in der Europäischen Union hat. Immer mehr kommunale Unternehmen engagieren sich im Breitband-Ausbau. Ihre Anzahl hat sich in den letzten vier Jahren mehr als verdoppelt: Rund 180 Unternehmen investierten 2017 über 375 Mio. EUR. Seit 2013 steigern sie jährlich ihre Investitionen um rund 30 Prozent und bauen überall in Deutschland zukunftsfähige Infrastrukturen (beispielsweise Glasfaser oder WLAN) für die digitale Kommune aus.