EEG-Novelle
VKU zum EEG 2027-Entwurf - mehr Kosteneffizienz führt in die richtige Richtung

Stärker auf das Gesamtsystem der Energiewirtschaft zu schauen und die Energiewende mit mehr Kosteneffizienz zum Erfolg zu führen, ist die richtige Richtung der EEG-Novelle.

22.04.26

Berlin, 22. April 2026. Stärker auf das Gesamtsystem der Energiewirtschaft zu schauen und die Energiewende mit mehr Kosteneffizienz zum Erfolg zu führen, ist die richtige Richtung der EEG-Novelle. Korrekturbedarf sieht der VKU noch bei den Ausbauzielen für Wind-an-Land, Lob gibt es für notwendige PV-Kurskorrektur, Kritik an wenig ambitioniertem Biomasse-Ausbau. So bewertet der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) den neuen Referentenentwurf zum Erneuerbaren Energien Gesetz 2027 (EEG). 

Dazu Ingbert Liebing, VKU-Hauptgeschäftsführer, in einer Erst-Einschätzung:  

„Der Gesetzentwurf kann die Energiewende in Deutschland mit einem stärkeren Fokus auf Kosteneffizienz Klimaschutz, Versorgungssicherheit und Bezahlbarkeit besser in Einklang bringen. Dem dient auch die notwendige Kurskorrektur bei PV-Aufdachanlagen. Enttäuscht sind wir darüber, dass die im Klimaschutzprogramm 2026 verankerten zusätzlichen Ausschreibungsmengen für Windenergie an Land in Höhe von 12 GW nicht im Entwurf enthalten sind. Diese sind notwendig, um den gestiegenen Genehmigungszahlen gerecht zu werden und allen genehmigten Projekten eine baldige Realisierungsperspektive zu geben, damit das Ausbauziel von 115 GW bis 2030 erreicht werden kann. Auch bei den Ausbauzielen für Biomasse sehen wir noch viel Luft nach oben.  

Bei der Photovoltaik plant die Bundesregierung eine dringend nötige Kurskorrektur, im Sinne einer effizienten Kostensteuerung. PV-Dachanlagen sind bereits heute über den Eigenverbrauch wirtschaftlich betreibbar, eine Subventionierung ist nicht mehr notwendig. Ein Mehr an PV auf der Freifläche anstatt auf dem Dach ist besser steuerbar durch den Netzbetreiber, besser in den Markt integriert und kosteneffizienter. Mehr Kosteneffizienz dient Wirtschaft und Verbrauchern gleichermaßen.   

Bei Biomasse sollte die Bundesregierung deutlich größere Volumina ausschreiben. Für die vielen Bestandsanlagen, die nach Ablauf der regulären Vergütungsdauer eine Anschlussförderung benötigen, reichen die vorgesehenen Auktionsmengen nicht aus. Zudem müssen die Anlagen mehr Leistung haben als eigentlich aufs Jahr betrachtet gebraucht wird, um den neuen Flexibilitätsanforderungen Rechnung zu tragen. Auch dadurch erhöht sich die Gebotsmenge. Ohne ambitioniertere Ausschreibungen drohen Stilllegungen von vielen Bestandsanlagen, was das Ende für viele lokale Strom- und Wärmeversorgungskonzepte bedeuten würde.“ 
 

Der Verband kommunaler Unternehmen e. V. (VKU) vertritt über 1.600 Stadtwerke und kommunalwirtschaftliche Unternehmen in den Bereichen Energie, Wasser/Abwasser, Abfallwirtschaft sowie Telekommunikation. Mit rund 319.000 Beschäftigten wurden 2023 Umsatzerlöse von über 213 Milliarden Euro erwirtschaftet und mehr als 19 Milliarden Euro investiert. Im Endkundensegment haben die VKU-Mitgliedsunternehmen signifikante Marktanteile in zentralen Ver- und Entsorgungsbereichen: Strom 66 Prozent, Gas 65 Prozent, Wärme 72 Prozent, Trinkwasser 88 Prozent, Abwasser 50 Prozent. Die kommunale Abfallwirtschaft hat seit 1990 rund 90 Prozent ihrer CO2-Emissionen eingespart – damit ist sie der Hidden Champion des Klimaschutzes. Immer mehr Mitgliedsunternehmen engagieren sich im Breitbandausbau und investieren pro Jahr über 1 Milliarde Euro. Zahlen Daten Fakten 2025

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