Berlin, 21. Januar 2026. Heute hat die EU-Kommission den Digital Networks Act (DNA) vorgestellt. Geplant ist ein schnellstmöglicher Umstieg von alten Kupferkabeln auf moderne Glasfasernetze. Dabei soll es keine Rolle spielen, wer die Glasfasernetze betreibt. Das ist aus Sicht des Verbandes kommunaler Unternehmen (VKU) wichtig. Jetzt schon investieren rund 220 VKU-Mitgliedsunternehmen mehr als 1 Milliarde Euro pro Jahr in den Ausbau von Glasfasernetzen im städtischen, vor allem aber auch im ländlichen Raum. Neben der Kupfer-Glas-Migration plant die EU auch die Überarbeitung der Regeln für den Zugang zu Netzinfrastrukturen. Damit können Internetanbieter ohne eigenes Netz vor Ort ihre Produkte den Endkunden anbieten.
Dazu erklärt Ingbert Liebing, VKU-Hauptgeschäftsführer:
„Der Kommissionsentwurf zum Digital Networks Act stellt einen wichtigen Schritt für den weiteren Glasfaserausbau dar, weil er die zeitnahe Kupfer-Glas-Migration fokussiert - unabhängig davon, wer der Betreiber ist. Das Ziel eines schnellstmöglichen Ausstiegs aus alten Kupferkabeln und eines konsequenten Einstiegs in moderne Glasfasernetze ist absolut richtig.
In Deutschland liegen vielerorts Glasfasernetze für schnelles Internet, weil auch kommunale Versorger frühzeitig investiert haben. Doch genutzt werden die Glasfasernetze noch zu selten. Das liegt auch daran, dass marktbeherrschende Unternehmen in der EU, die nicht so schnell beim Ausbau waren, versuchen, lieber an ihren alten Kupfernetzen möglichst lange festzuhalten. Dabei könnten sie durchaus für ihre Kunden einfach Zugang zum Glasfasernetz eines anderen Netzbetreibers einkaufen. Jetzt aber halten sie ihre Kunden so lange auf dem alten Kupfernetz, bis sie vielleicht einmal selbst vor Ort ausbauen. Damit halten marktbeherrschende Unternehmen ihre Wettbewerber ganz einfach aus dem Markt.
Das EU-weite Abschaltdatum 2035 für Kupfernetze könnte angesichts des stotternden Glasfaserausbaus je nach Ausgestaltung der Abschaltvoraussetzungen für Deutschland aber doch zu ambitioniert sein. Solche nationalen Besonderheiten sollten beim DNA berücksichtigt werden. Deshalb wäre eine Umsetzung des DNA durch eine EU-Richtlinie besser als durch eine EU-Verordnung.
Richtig ist wiederum, dass Brüssel an der Ex-ante-Regulierung von Unternehmen mit beträchtlicher Marktmacht festhalten will. Mindestens in Deutschland bleibt die Vorgabe von Preisen und Bedingungen für den Zugang zu Netzinfrastrukturen hier notwendig, um für mehr Wettbewerb zu sorgen, der im Ergebnis auch zu attraktiveren Preisen für Endkunden führt. Funktionierender Wettbewerb darf durch Regulierung aber nicht ausgebremst werden, zumal ein solcher Ansatz auch den weiteren Glasfaserausbau verlangsamen würde.“
Hintergrundinformationen:
Der Digital Networks Act überarbeitet den Europäischen Kodex für die elektronische Kommunikation, der wiederum eine Grundlage für das deutsche Telekommunikationsgesetz darstellt.
Der Verband kommunaler Unternehmen e. V. (VKU) vertritt über 1.600 Stadtwerke und kommunalwirtschaftliche Unternehmen in den Bereichen Energie, Wasser/Abwasser, Abfallwirtschaft sowie Telekommunikation. Mit rund 319.000 Beschäftigten wurden 2023 Umsatzerlöse von über 213 Milliarden Euro erwirtschaftet und mehr als 19 Milliarden Euro investiert. Im Endkundensegment haben die VKU-Mitgliedsunternehmen signifikante Marktanteile in zentralen Ver- und Entsorgungsbereichen: Strom 66 Prozent, Gas 65 Prozent, Wärme 72 Prozent, Trinkwasser 88 Prozent, Abwasser 50 Prozent. Die kommunale Abfallwirtschaft hat seit 1990 rund 90 Prozent ihrer CO2-Emissionen eingespart – damit ist sie der Hidden Champion des Klimaschutzes. Immer mehr Mitgliedsunternehmen engagieren sich im Breitbandausbau und investieren pro Jahr über 1 Milliarde Euro. Zahlen Daten Fakten 2025
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