VKU zu Masterplan Ladeinfrastruktur II: „Stakeholder bei Umsetzung frühzeitig einbinden“ 19.10.22

Berlin, 19.10.2022. Heute ist ein wichtiger Tag für die Elektromobilität in Europa. Während in Berlin Bundesverkehrsminister Dr. Volker Wissing den Masterplan Ladeinfrastruktur II vorgestellt hat, will das EU-Parlament am Mittwochnachmittag über die Verordnung über den Aufbau der Infrastruktur für alternative Kraftstoffe (AFIR) abstimmen.

Die von Bundesverkehrsminister Dr. Volker Wissing im Masterplan Ladeinfrastruktur II vorgestellte Strategie zum Ausbau der Ladeinfrastruktur weist aus Sicht des Verbands Kommunaler Unternehmen e.V. (VKU) deutlich mehr Praxistauglichkeit gegenüber dem Regierungsentwurf vom Juni dieses Jahres auf.

„Der Erfolg der Strategie hängt nun maßgeblich davon ab, ob und wie die Stakeholder in die Umsetzung der einzelnen Maßnahmen eingebunden werden“, so VKU-Hauptgeschäftsführer Ingbert Liebing. Er betonte die Bedeutung kommunaler Unternehmen bei der Mobilitätswende: Rund die Hälfte der öffentlich zugänglichen Ladepunkte in Deutschland werden von ihnen betrieben.

Hauptaufgabe der Bundesregierung müsse es sein, den Ausbau der Ladeinfrastruktur durch den Abbau von bürokratischen, administrativen und praktischen Hemmnissen zu unterstützen, so Liebing. Als Beispiel nannte er einen Mangel an verfügbaren Flächen, auf denen Ladeinfrastrukturangebote entwickelt werden können. Der Verband appelliert an die Bundesregierung, die im Masterplan genannten Maßnahmen durch Gesetze so umzusetzen, dass die Branche den wettbewerblichen Ausbau der Ladeinfrastruktur weiter engagiert vorantreiben kann.

Ergänzend seien zielgerichtete Maßnahmen wichtig, wie etwa eine fokussierte Förderung von Regionen mit bisher vergleichsweise wenig Ladesäulen. „Vor allem dünn besiedelte Regionen im Norden und Nordosten Deutschlands zeigen noch Ausbaulücken. Das trifft auch auf Regionen zu, die nur saisonale Bedarfsspitzen aufweisen, wie etwa bekannte Urlaubsorte während der Ferienzeit“, so Liebing.

 

Gegen Nachrüstpflicht für bestehende Ladesäulen

Wenige Stunden nach der Vorstellung des Masterplans Ladeinfrastruktur II in Berlin will am Mittwochnachmittag das EU-Parlament in Straßburg über seine Positionen zur Verordnung über die Infrastruktur für alternative Kraftstoffe (AFIR) abstimmen. Dieses Gesetz wird ebenfalls erheblichen Einfluss auf die künftige Ladeinfrastruktur in Deutschland und Europa haben. Pläne, dass sich das EU-Parlament für eine kundenfreundliche Preistransparenz aussprechen will, bewertet der VKU positiv. Die geplante Verordnung sieht vor, dass künftig europaweit der Preis pro Kilowattstunde angegeben werden soll.

Dagegen kritisiert der VKU eine geplante Nachrüstpflicht mit Kartenlesegeräten für bereits bestehende Ladesäulen. „Mehrere VKU-Mitgliedsunternehmen haben für diesen Fall angekündigt, vor allem ältere Normalladesäulen zurückzubauen, da die Nachrüstung gerade bei Normalladern aus wirtschaftlicher Sicht nicht sinnvoll ist“, so Liebing.

 

Der Verband kommunaler Unternehmen e. V. (VKU) vertritt über 1.500 Stadtwerke und kommunalwirtschaftliche Unternehmen in den Bereichen Energie, Wasser/Abwasser, Abfallwirtschaft sowie Telekommunikation. Mit rund 283.000 Beschäftigten wurden 2019 Umsatzerlöse von 123 Milliarden Euro erwirtschaftet und mehr als 13 Milliarden Euro investiert. Im Endkundensegment haben die VKU-Mitgliedsunternehmen signifikante Marktanteile in zentralen Ver- und Entsorgungsbereichen: Strom 62 Prozent, Gas 67 Prozent, Trinkwasser 91 Prozent, Wärme 79 Prozent, Abwasser 45 Prozent. Sie entsorgen jeden Tag 31.500 Tonnen Abfall und tragen durch getrennte Sammlung entscheidend dazu bei, dass Deutschland mit 67 Prozent die höchste Recyclingquote in der Europäischen Union hat. Immer mehr Mitgliedsunternehmen engagieren sich im Breitbandausbau: 203 Unternehmen investieren pro Jahr über 700 Millionen Euro. Beim Breitbandausbau setzen 92 Prozent der Unternehmen auf Glasfaser bis mindestens ins Gebäude. Wir halten Deutschland am Laufen – klimaneutral, leistungsstark, lebenswert. Unser Beitrag für heute und morgen: #Daseinsvorsorge. Unsere Positionen: 2030plus.vku.de.