Studie
Stromverteilnetze als Eckpfeiler der Energiewende: Neue Studie sieht große Chancen durch Zusammenarbeit
Eine neue Studie zeigt, wie der für die Energiewende zentrale Ausbau und die Digitalisierung der Stromverteilnetze durch Zusammenarbeit zwischen Verteilnetzbetreibern effizient gelingen können. Die Untersuchung zeigt konkret auf, wo und wie Verteilnetzbetreiber kooperieren können, und formuliert praxisnahe Handlungsempfehlungen.
29.04.26
Eine neue Studie zeigt, wie der für die Energiewende zentrale Ausbau und die Digitalisierung der Stromverteilnetze durch Zusammenarbeit zwischen Verteilnetzbetreibern effizient gelingen können. Die Untersuchung zeigt konkret auf, wo und wie Verteilnetzbetreiber kooperieren können, und formuliert praxisnahe Handlungsempfehlungen.
Berlin, 29.04.2026. Eine neue Studie zeigt, wie der für die Energiewende zentrale Ausbau und die Digitalisierung der Stromverteilnetze durch Zusammenarbeit zwischen Verteilnetzbetreibern effizient gelingen können. Die Untersuchung zeigt konkret auf, wo und wie Verteilnetzbetreiber kooperieren können, und formuliert praxisnahe Handlungsempfehlungen. Die Studie „Kooperationen von Verteilnetzbetreibern – VNB-Roadmap 2045“ wurde von der BET Consulting GmbH im Auftrag des Verbandes kommunaler Unternehmen (VKU) erstellt. „Kooperationen ermöglichen Skaleneffekte und Effizienzgewinne, ohne die regionale Verwurzelung und Selbstständigkeit der Unternehmen zu gefährden. Sie sind damit ein sinnvolles Instrument, um Potenziale zu heben und die lokale Verankerung und Verantwortung zu erhalten“, so VKU-Hauptgeschäftsführer Ingbert Liebing. „Entscheidend ist, dass vor Ort frei und abgewogen entschieden werden kann.“
„Die Grundlage für mehr Zusammenarbeit im Rahmen der Energiewende sind laut Studie einheitliche Standards – in der bilateralen Zusammenarbeit bis hin zu möglichen branchenweiten Lösungen. Politik und Bundesnetzagentur können Kooperationen stärker fördern, indem sie bestehende Hürden abbauen und Anreize schaffen“, so Heinz-Werner Hölscher Partner bei BET Consulting.
Die Studie betrachtet die aktuelle Struktur der Verteilnetzbetreiber und identifiziert Hemmnisse und Gelingfaktoren für erfolgreiche Kooperationen: Die historisch gewachsene, dezentrale Netzstruktur hat entscheidende Vor- und Nachteile. Beispielsweise liegen die Stärken der Strukturvielfalt in der Präsenz vor Ort, in kurzen Entscheidungswegen, Kundennähe, der regionalen Wertschöpfung sowie einer erhöhten Resilienz.
„Gerade die kommunale Nähe sorgt dafür, dass Netze bedarfsgerecht geplant und Bürgerinnen und Bürger entlastet werden“, so Liebing. Diese bewährte Struktur dürfe – auch mit Blick auf geopolitische Risiken und zunehmende Cyberattacken – nicht leichtfertig aufs Spiel gesetzt werden.
Die Energiewende stellt Verteilnetzbetreiber in Deutschland jedoch vor ganz neue Herausforderungen. Allein für den Aus- und Umbau der Stromverteilnetze sind bis 2045 Investitionen von mehr als 235 Milliarden Euro erforderlich. Die Studie zeigt, wo besonders großer Handlungsbedarf besteht: Steigende regulatorische Anforderungen, zunehmende Digitalisierung, hoher Fachkräftebedarf und parallele Großinvestitionen bringen viele Netzbetreiber an ihre Grenzen.
Eine wirksame Antwort auf diese Herausforderungen liegt in unterschiedlichen Kooperationsfeldern und Formen der Zusammenarbeit. Dazu zählen bereits heute etablierte Beispiele wie Kooperationen bei der Digitalisierung und IT-Struktur, beim Smart-Meter-Rollout, bei Netzanschlüssen, im Netzbetrieb sowie in der Netzplanung. Diese Optionen sollten jeweils unternehmensspezifisch geprüft und in konkrete Kooperationsvorhaben überführt werden.
Als wichtigen Baustein für erfolgreiche Kooperationen zwischen Verteilnetzbetreibern nennt das Gutachten Standardisierung: „Einheitliche Prozesse, Datenmodelle und Schnittstellen sind ein zentraler Schlüssel, damit freiwillige Zusammenarbeit wirksam werden und gemeinsam die Systemkosten gesenkt werden können“, sagt Hölscher. Zugleich betont das Gutachten, dass Verteilnetzbetreiber Standardisierung auch dort benötigen, wo keine formalen Kooperationen bestehen: Nur durch einheitliche Standards lassen sich branchenweit Effizienzpotenziale heben, Skaleneffekte realisieren und neue Aufgaben wirtschaftlich bewältigen. Liebing: „Hier sind Politik, Regulierung und Verbände gemeinsam gefordert.“
Der VKU fordert von Politik und Regulierung einen Rechts- und Regulierungsrahmen, der Kooperationen erleichtert und zugleich Investitions- und Planungssicherheit für die Verteilnetze schafft. „Wenn wir wollen, dass die Energiewende vor Ort effizient gelingt, müssen wir Zusammenarbeit erleichtern“, betont Liebing. „Kooperationen stärken die Verteilnetzbetreiber. Wir brauchen hier eine passgenaue Weiterentwicklung, die zu den jeweiligen Herausforderungen vor Ort passt, statt immer neuer Diskussionen über mögliche Zwangsfusionen oder Strukturdebatten, die an den tatsächlichen Herausforderungen vorbeigehen.“
Über die Studie
Die Studie „Kooperationen von Verteilnetzbetreibern – VNB-Roadmap 2045“ wurde von der BET Consulting GmbH im Auftrag des VKU erstellt. Sie analysiert Kooperationspotenziale entlang der gesamten Wertschöpfungskette der Verteilnetze und zeigt praxisnahe Handlungsempfehlungen für Netzbetreiber, Politik, Regulierung und Verbände auf.
Studie zum Download
Der Verband kommunaler Unternehmen e. V. (VKU) vertritt über 1.600 Stadtwerke und kommunalwirtschaftliche Unternehmen in den Bereichen Energie, Wasser/Abwasser, Abfallwirtschaft sowie Telekommunikation. Mit rund 319.000 Beschäftigten wurden 2023 Umsatzerlöse von über 213 Milliarden Euro erwirtschaftet und mehr als 19 Milliarden Euro investiert. Im Endkundensegment haben die VKU-Mitgliedsunternehmen signifikante Marktanteile in zentralen Ver- und Entsorgungsbereichen: Strom 66 Prozent, Gas 65 Prozent, Wärme 72 Prozent, Trinkwasser 88 Prozent, Abwasser 50 Prozent. Die kommunale Abfallwirtschaft hat seit 1990 rund 90 Prozent ihrer CO2-Emissionen eingespart – damit ist sie der Hidden Champion des Klimaschutzes. Immer mehr Mitgliedsunternehmen engagieren sich im Breitbandausbau und investieren pro Jahr über 1 Milliarde Euro. Zahlen Daten Fakten 2025
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