Entwurf zur Umsetzung der EU Richtlinie zur Förderung der Reparatur von Waren
Recht auf Reparatur: Bundeskabinett bringt Gesetz auf den Weg – VKU fordert herstellerfinanzierten Reparaturfonds

Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) begrüßt, dass das Bundeskabinett heute den Entwurf zur Umsetzung der EU Richtlinie zur Förderung der Reparatur von Waren auf den Weg gebracht hat.

25.03.26

Berlin, 25. März 2026.

Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) begrüßt, dass das Bundeskabinett heute den Entwurf zur Umsetzung der EU Richtlinie zur Förderung der Reparatur von Waren auf den Weg gebracht hat. Mit diesem Schritt wird der bundesweite Rahmen für mehr Reparaturfreundlichkeit geschaffen und ein wichtiger Impuls für Umwelt  und Verbraucherschutz sowie für eine leistungsfähige Kreislaufwirtschaft gesetzt. Entscheidend ist nun, dass Reparaturen für Verbraucherinnen und Verbraucher tatsächlich bezahlbar werden. Reparaturen scheitern bislang häufig daran, dass sie teurer sind als eine Neuanschaffung. Die EU Richtlinie sieht vor, dass die Mitgliedstaaten mindestens eine Maßnahme zur Reparaturförderung einführen; aus Sicht des VKU sollte dies in Deutschland über einen verpflichtenden herstellerfinanzierten Reparaturfonds implementiert werden. 

Uwe Feige, VKU Vizepräsident und Leiter des Kommunalservice Jena, betont: „Für die kommunale Abfallwirtschaft ist das Recht auf Reparatur ein zentraler Hebel, um Ressourcen zu schonen und Abfälle zu vermeiden – denn der beste Abfall ist der, der gar nicht erst entsteht. Damit Reparaturen nicht an den Kosten scheitern, brauchen wir einen verlässlich herstellerfinanzierten Reparaturfonds. So schaffen wir echte Anreize für langlebigere Produkte und machen Reparieren für Verbraucherinnen und Verbraucher zur realistischen Option statt zum Kostenrisiko.“

Die Erfahrungen aus Thüringen, Sachsen und Österreich zeigen, dass bereits kleine finanzielle Anreize dazu führen, dass Reparaturen stark zunehmen. Die jeweiligen Fördermittel waren schnell ausgeschöpft – ein klares Signal für den bestehenden Bedarf. Dauerhaft lassen sich solche Programme jedoch nicht über öffentliche Haushalte finanzieren. Deshalb müssen Hersteller stärker in die Verantwortung genommen werden: durch finanzielle Beteiligung, durch bessere Zugänge zu Ersatzteilen, Software und Reparaturinformationen und durch konstruktivere, reparaturfreundliche Produktgestaltung. 

Mit dem heutigen Kabinettsbeschluss sind die Weichen gestellt. Jetzt muss das parlamentarische Verfahren sicherstellen, dass die nationale Umsetzung die zentralen Ziele der EU Richtlinie tatsächlich erreicht: Reparaturen erleichtern, Kosten senken, Ressourcen schonen und die Kreislaufwirtschaft stärken. 
 

Der Verband kommunaler Unternehmen e. V. (VKU) vertritt über 1.600 Stadtwerke und kommunalwirtschaftliche Unternehmen in den Bereichen Energie, Wasser/Abwasser, Abfallwirtschaft sowie Telekommunikation. Mit rund 319.000 Beschäftigten wurden 2023 Umsatzerlöse von über 213 Milliarden Euro erwirtschaftet und mehr als 19 Milliarden Euro investiert. Im Endkundensegment haben die VKU-Mitgliedsunternehmen signifikante Marktanteile in zentralen Ver- und Entsorgungsbereichen: Strom 66 Prozent, Gas 65 Prozent, Wärme 72 Prozent, Trinkwasser 88 Prozent, Abwasser 50 Prozent. Die kommunale Abfallwirtschaft hat seit 1990 rund 90 Prozent ihrer CO2-Emissionen eingespart – damit ist sie der Hidden Champion des Klimaschutzes. Immer mehr Mitgliedsunternehmen engagieren sich im Breitbandausbau und investieren pro Jahr über 1 Milliarde Euro. Zahlen Daten Fakten 2025

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