Energie- und Finanzexperten diskutieren über Transformation
Finanzierungskonferenz: Verbände fordern bessere Bedingungen für Investitionen in die Energiewende

Für den Umbau des Energiesystem sind bis 2030 jährliche Investitionen in Höhe von rund 90 Milliarden Euro notwendig. Sie schaffen die Voraussetzung für einen starken Wirtschaftsstandort, Versorgungssicherheit und Klimaschutz.

17.03.26

Energie- und Finanzexperten diskutieren über Instrumente und politische Leitplanken zur Mobilisierung von privatem Kapital für die Transformation

Berlin, 17.03.2026. Für den Umbau des Energiesystem sind bis 2030 jährliche Investitionen in Höhe von rund 90 Milliarden Euro notwendig. Sie schaffen die Voraussetzung für einen starken Wirtschaftsstandort, Versorgungssicherheit und Klimaschutz. Um diese Investitionen zu realisieren, müssen Energieunternehmen, Finanzwirtschaft und öffentliche Hand gemeinsam an einem Strang ziehen. Damit zählt die Mobilisierung von Kapital für die Transformation zu den wichtigsten Aufgaben der kommenden Jahre.

Doch wie lässt sich insbesondere privates Kapital schnell, verlässlich und in der Breite hebeln? Darüber diskutieren am Dienstag bei einer Veranstaltung mehr als 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus der Energie- und Finanzbranche. 

Zu dem Finanzierungsgipfel unter dem Titel „Transformation der Energiewirtschaft“ haben der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) und der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) in Zusammenarbeit mit dem Beratungshaus Deloitte eingeladen. Zu den Gästen zählten Frank Wetzel (Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie), Dr. Steffen Meyer (Staatssekretär im Bundesministerium der Finanzen), Stefan Wintels (Vorstandsvorsitzender der KfW), Martin Blessing (Sonderbeauftragter des Bundeskanzlers für Investitionen) und Stefan Dohler (CEO EWE und Präsident des BDEW).

Kerstin Andreae, Vorsitzende der Hauptgeschäftsführung, BDEW:
„Das große Interesse aus Energie- und Finanzbranche zeigt: Die Energiewende ist ein Investitionsthema mit enormem Potenzial. Die Transformation ist klimapolitisch notwendig, stärkt die Resilienz Deutschlands und den Wirtschaftsstandort. Dies ist vor dem Hintergrund der geopolitischen Spannungen aktueller denn je. Gleichzeitig bietet sie eine Chance für wirtschaftlich attraktive, zukunftssichere Investitionen in Deutschland. Der Deutschlandfonds ist ein wichtiges Element, um Finanzierungskosten zu reduzieren. Die ersten Finanzierungsmaßnahmen liegen vor. Nun braucht es seitens Bund und Ländern den politischen Willen, vor allem starke Eigenkapital- und Risikoübernahmeinstrumente auf die Beine zu stellen. Genau hier liegt der wohl größte Hebel, um Projekte finanzierbar zu machen und privates Kapital in großem Umfang zu mobilisieren. Investoren und Energieunternehmen stehen in den Startlöchern."

Ingbert Liebing, Hauptgeschäftsführer Verband kommunaler Unternehmen (VKU): 
„Die Energiewende ist eine Mammutaufgabe, die Staat-, Energie- und Finanzwirtschaft nur gemeinsam stemmen können. Der Start des Deutschlandfonds war ein wichtiger erster Schritt, um wirksam privates Kapital für Investitionen in Netze, erneuerbare Energien und die Wärmewende zu mobilisieren, weitere müssen zügig folgen. Das gilt vor allem für die Stärkung des Eigenkapitals der Stadtwerke. Der Bund steht in der Verantwortung Modelle staatlicher Bürgschaften und Garantieren zu entwickeln. Und auch in den Ländern ist noch mehr Unterstützung möglich und nötig. Wichtig wäre es etwa, wenn in allen Bundesländern die Möglichkeit geschaffen wird, dass Kommunen ohne Beeinträchtigung ihrer eigenen Leistungsfähigkeit Kredite aufnehmen können, um diese zur Eigenkapital-Stärkung an ihre Stadtwerke für rentierliche Investitionen weiterzuleiten. Angesichts der enormen Investitionsbedarfe für das Gelingen der Energiewende dürfen Bund und Länder nicht länger auf die Zuständigkeit des jeweils anderen verweisen. Alle müssen einen Beitrag leisten.“

Hans-Jürgen Walter, Global Leader Sustainable Finance, Deloitte:
„Die Energiewende ist ein Investitionsmarathon, den der Staat allein nicht stemmen kann. Wir müssen vom Förderstaat zum Mobilisierungsstaat werden und privates Kapital durch gezieltes De-Risking – etwa über den Deutschlandfonds – aktiv hebeln. Gerade Stadtwerke und kommunale Unternehmen brauchen innovative Finanzierungsmodelle, da ihre Innenfinanzierungskraft begrenzt und ihr Zugang zu Kapitalmärkten eingeschränkt ist. Partnerschaften und maßgeschneiderte Lösungen sind entscheidend, um die klimaneutrale Energieversorgung voranzutreiben und gleichzeitig die lokale Wirtschaft zu stärken.“

 

Der Verband kommunaler Unternehmen e. V. (VKU) vertritt über 1.600 Stadtwerke und kommunalwirtschaftliche Unternehmen in den Bereichen Energie, Wasser/Abwasser, Abfallwirtschaft sowie Telekommunikation. Mit rund 319.000 Beschäftigten wurden 2023 Umsatzerlöse von über 213 Milliarden Euro erwirtschaftet und mehr als 19 Milliarden Euro investiert. Im Endkundensegment haben die VKU-Mitgliedsunternehmen signifikante Marktanteile in zentralen Ver- und Entsorgungsbereichen: Strom 66 Prozent, Gas 65 Prozent, Wärme 72 Prozent, Trinkwasser 88 Prozent, Abwasser 50 Prozent. Die kommunale Abfallwirtschaft hat seit 1990 rund 90 Prozent ihrer CO2-Emissionen eingespart – damit ist sie der Hidden Champion des Klimaschutzes. Immer mehr Mitgliedsunternehmen engagieren sich im Breitbandausbau und investieren pro Jahr über 1 Milliarde Euro. Zahlen Daten Fakten 2025

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